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Durchquerung der Rieserfernergruppe

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  • Bald hinter der Schwörzalm beginnt die Wildnis der Rieserfernergruppe.
    Bald hinter der Schwörzalm beginnt die Wildnis der Rieserfernergruppe.
    Foto: Andi Dick, alpenvereinaktiv.com

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    Die Rieserfernergruppe ist eine der wilderen, einsameren Regionen der Zentralalpen. Die Rundtour führt durch ihren zentralen Teil, auf markierten Wanderwegen, die mal gepflegt und bequem, mal steinig-mühsam zu begehen sind, aber immer wieder neue landschaftliche Höhepunkte bieten. Dabei werden zwei veritable Dreitausender überschritten, die absolut sichere alpine Gehtechnik und Erfahrung auch mit leichter Kletterei an Fels und Drahtseil erfordern.
    schwer
    Strecke 56,8 km
    30:30 h
    5.565 hm
    4.930 hm
    3.436 hm
    1.418 hm
    Aus dem Antholzer Tal führt ein langer, steiler Anstieg zur Rieserfernerhütte. Die zweite Etappe überschreitet den Schneebigen Nock, mit einer kurzen Klettersteigpassage und steilem Firn. Genießer besuchen auch noch den Magerstein. Von der Kasseler Hütte aus ist der Hochgall ein tagesfüllendes Ziel für den nächsten Tag. Die vierte Etappe führt dann über den Lenkstein zur Barmer Hütte und die Abschlussetappe über das Almerhorn zum Staller Sattel. Letztere lässt sich noch mit dem Dreitausender Ohrenspitze anreichern.

    Autorentipp

    Pack die Badehose ein! Der See am Staller Sattel bietet zum Abschluss eine würdige Erfrischung. Und auch unterwegs laden einige Tümpel zum Bad, manchmal sogar zwischen Schneeresten.
    Schwierigkeit
    schwer
    Gesamtschwierigkeit
    schwer

    Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

    Erlebnis
    Landschaft
    Höchster Punkt
    Hochgall, 3.436 m
    Tiefster Punkt
    Kapelle St. Josef / San Guiseppe, 1.418 m
    Beste Jahreszeit
    Jan
    Feb
    Mär
    Apr
    Mai
    Jun
    Jul
    Aug
    Sep
    Okt
    Nov
    Dez

    Wegearten

    Schotterweg 11,67%Naturweg 2,92%Pfad 61,13%Klettersteig 0,37%Pfadspur 22,96%Unbekannt 0,92%
    Schotterweg
    6,6 km
    Naturweg
    1,7 km
    Pfad
    34,7 km
    Klettersteig
    215 m
    Pfadspur
    13 km
    Unbekannt
    526 m
    Höhenprofil anzeigen

    Sicherheitshinweise

    Der Hochgall ist eine mittelschwere Hochtour (WS+) mit Kletterei im II. Grad und leichten Drahtseilpassagen - optionaler Höhepunkt der Runde, aber eine Stufe schwieriger als der Rest. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung sind allerdings für die gesamte Durchquerung Grundvoraussetzung.

    Weitere Infos und Links

    www.sii.bz.it/de (Busverbindungen)

    Wegbeschreibung

    1. Etappe: Von der kleinen Kapelle San Giuseppe, 1418 m, in Antholz-Obertal über die Schwörzalm in den Kessel unter dem Magerstein aufsteigen. Während der Weg bis hierher hauptsächlich durch den Wald verläuft, führt er im weiteren Verlauf erst durch Latschenhänge, später über Blockwerk. Der letzte felsige Aufschwung zur Rieserfernerhütte, 2798 m, wird auf luftigen Holztreppen überwunden.

    2. Etappe: Von der Hütte über Blockfelder zur Südflanke des Fernerköpfls aufsteigen. Durch die Flanke in leichter Kletterei zum Gipfel, 3249 m. Von hier - weiterhin über verblocktes Gelände - rechtshaltend zum Magerstein, 3273 m. Auf dem gleichen Weg zurück zum Fernerköpfl. Nun weiter in Richtung Schneebiger Nock. Zunächst durch leichtes Blockgelände über den ersten Gratturm, dann an Ketten in leichter Kletterei zum Gipfel, 3358 m. Der Abstieg folgt dem felsigen Grat nach Norden. Ein zu querender Schneehang am Schneebiger-Nock-Ferner kann insbesondere bei Vereisung im Spätsommer heikel werden. Zuletzt auf deutlich einfacher zu begehendem Wanderweg hinunter zur Kasseler Hütte, 2274 m.

    3. Etappe: Der Aufstieg zum Hochgall beginnt noch vergleichsweise gemütlich. Doch mit Verlassen des markierten Arthur-Hartdegen-Wegs wird das Gelände zunehmend anspruchsvoller. Durch Geröll und später am Grat entlang führen Pfadspuren auf das Graue Nöckl, 3084 m. Von hier über einen schmalen, ausgesetzten Grat zum Fuß des Hochgall-Nordwestgrates absteigen. Über diesen in leichter Kletterei zum Gipfel, 3436 m. Die Schlüsselstellen (KS B, frei geklettert III+/IV-) sind drahtseilversichert. Abstieg wie Aufstieg.

    4. Etappe: Von der Kasseler Hütte, 2274 m, dem Arthur-Hartdegen-Weg durch die felsige Westflanke des Riesernocks ins Tal des Ursprungbachs folgen. Von hier durch Geröllfelder in Richtung Lenkstein aufsteigen. Zuletzt in leichter Kletterei über den Südgrat zum Gipfel, 3236 m. Auf dem gleichen Weg entlang des Grats zurück, dann etwas ausgesetzt ins Lenksteinjoch, 3048 m, queren und hinunter in die Rosshornscharte, 2916 m. Nun durch eine steile Felsrinne absteigen. Weiter über Schrofen und Geröll abwärts. Zuletzt auf deutlich einfacher zu gehendem Wanderweg zur Barmer Hütte, 2610 m.

    5. Etappe: Den Nordgrat der Mittleren Ohrenspitze umgehend von der Hütte flach ansteigend bis zum etwas unscheinbaren Abzweig zur Remscheider Scharte. Durch Blockgelände in die Scharte, 2890 m. Von hier über den Nordwestgrat mit leichten Kletterstellen zum Gipfel der Großen Ohrenspitze, 3101 m. Die Schlüsselstelle (KS B, frei geklettert III+) ist mit Drahtseilen versichert. Auf dem gleichen Weg zurück zum Wanderweg. Durch weite Blockfelder weiter zur Jägerscharte, 2862 m. Von hier auf unschwierigem Weg hinauf zum Almerhorn, 2985 m. Zurück in der Scharte, durch steiles, gerölliges Gelände in Richtung Tal absteigen. Zuletzt über malerische Wiesen hinunter zum  Staller Sattel, 2052 m.

    Einkehr
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    Startpunkt
    Endpunkt
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    Höhepunkt
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    Heute {low} bis {high} und {precipitation} {precipitation_type}
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    Foto
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    San Giuseppe
    Rieserfernerhütte
    Magerstein
    Schneebiger Nock
    Kasseler Hütte (Rif. Roma)
    Hochgall 3.436 m
    Lenkstein
    Barmer Hütte
    Große Ohrenspitze
    Staller Sattel

    Öffentliche Verkehrsmittel

    Mit dem Zug nach Olang (Valdaora) am Eingang des Antholzer Tals. Von hier regelmäßige Busverbindungen nach Antholz-Obertal (Haltestelle Steinzger).

    Rückfahrt vom Ziel- zum Startpunkt: Der Staller Sattel hat keine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Busse fahren nur von Süden bis Antholz-Obertal, von Norden bis St. Jakob in Defereggen. Bei schönem Wetter sind aber viele Autos unterwegs, so dass man trampen kann. Im Notfall zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle westlich des Antholzer Sees (Wanderweg parallel zur Straße; ca. 5 km).

    Tipp: Rad oder Auto auf dem Staller Sattel deponieren und dann mit Auto bzw. Rad hinunter zum Ausgangspunkt fahren. Am Staller Sattel gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten.

    Anfahrt

    Auf der Brennerautobahn (A13 in Österreich bzw. A22 in Italien) bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal, dann durchs Pustertal bis hinter Bruneck (SS49) und links ab ins Antholzer Tal. Oder von Norden (Felbertauern - Huben) durchs Defereggental und über den Staller Sattel. Die schmale Straße zwischen Staller Sattel und Antholz ist mautfrei befahrbar von 5.30-22.00 Uhr, von Antholz aufwärts ab der 30.-45. Minute jeder Stunde, abwärts ab der 1.-15. Minute.

    Parken

    Der Tourismusverband bittet darum, die offiziellen Parkplätze zu benutzen: 1. Sportzone Antholz-Mittertal, 2. Materialseilbahn Rieserfernerhütte, 3. Biathlonzentrum. Siehe Bild 8 bei der 1. Etappe.

    Koordinaten

    DD
    46.875049, 12.126170
    GMS
    46°52'30.2"N 12°07'34.2"E
    UTM
    33T 281012 5195289
    w3w 
    ///wasser.torhüter.erlassen
    Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

    Kartenempfehlungen des Autors

    Tabacco Blatt 035 Ahrntal, Rieserfernergruppe (1:25.000)

    Buchtipps für die Region

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    Ausrüstung

    Wenn später im Sommer der Schnee vereist, können vor allem am Schneebigen Nock Steigeisen angenehm sein. Für die felsigen Gipfel ist evtl. ein Helm sinnvoll (Steinschlaggefahr). Wer für die Drahtseilpassagen ein Klettersteigset braucht, ist auf der Runde eigentlich falsch. Zum Hochgall starten einige zu Stirnlampenzeiten.

    Nutzerfragen


    17.07.2025
    Eduard Gruber  
    Die sicherste und zuverlässigsten Informationsquelle sind die Hütten. Frage bei der Rieserferner- bzw Kasselerhütte nach.....
    07.08.2025
    Marcel
    Hallo Katja, hast du Antworten auf deine Fragen erhalten? Bzw. Vielleicht hast du deine Tour ja schon gemacht? Mir stellen sich sich derzeit die gleichen Fragen. Der Übergang Rieserferner Hütte - Kassler Hütte würde mich auch dringend interessieren. Grüße Marcel
    07.08.2025
    Katja S.  
    Fragesteller
    Hallo Marcel, wir haben die Tour verschieben müssen wegen schlechtem WETTER. Wir werden erst im September nochmal die Tour angehen. Das Team von der Kasseler Hütte hat uns damals sowohl für die Strecke über den Magerstein als auch über den Schneebigen Nock Steigeisen empfohlen. VG Katja
    07.08.2025
    Marcel
    Hallo Katja, Danke für die rasche Antwort! Die Empfehlung für Steigeisen habe ich auch schon gelesen. Danke und dann viel Erfolg für den nächsten Versuch! Grüße

    27.12.2020
    Berg- und Wassersportverein Tirol  
    Hallo, die Frage ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten! Von der Rieserfernerhütte über das Fernerköpfl zum Schneebigen Nock ist zwischen Fernerköpfl und Schneebiger Nock ein Seil, besonders für nicht 10000%ig trittsichere Geher sehr nützlich. Von diversen (sinnlosen) Beschreibungen im Internet und der Tatsache, dass der Anstieg markiert ist sollte man sich nicht täuschen lassen. Der Abstieg vom Schneebigen Nock zur Kasseler Hütte ist zwar ohne Gletscherberührung möglich. Die steilen Firnfelder und, besonders im Frühsommer oder nach Kaltlufteinbrüchen, vereiste Felsen sind ein Seil und allenfalls Steigeisen oft dringend nötig. Von einer Besteigung des Hochgall ohne Steigeisen, Pickel und Seil rate ich dringend ab!!! Mehr ist dazu nicht zu sagen. Für den Lenkstein gilt ähnliches wie für den Schneebigen Nock. Sehr erfahrene und geübte Hochtourengeher könnten das sicher auch ohne Seil und Steigeisen vesuchen aber ..... (siehe oben). Warnung: Auch wenn Leute, die sich für besonders schlau halten, über die Durchquerung etwas anderes schreiben - sie ist eine ernsthafte und trotz der dort und da vorhandenen Wegmarkierungen und Versicherungen anspruchsvolle Tour! Für die gesamte Tour ist ein Steinschlaghelm Pflicht! Bleibt noch die Frage zu klären was man unter sehr erfahrene Hochtourengeher versteht. Dann und wann mal auf einem vergletscherten Berg zu stehen, vielleicht noch mit einem geprüften Bergführer, ist da deutlich zu wenig! Wer mehr oder weniger das ganze Jahr über im vergletscherten Hochgebirge unterwegs ist fällt schon eher die die Gruppe "erfahrene Hochtourengeher". Berg heil um komm immer gesund von deinen Touren zurück!
    28.12.2020
    Manfred Mühlberger  
    Gletscherpassagen gibt es keine (mehr), aber am Übergang Kasseler Hütte - Riesenfernerhütte durchaus steilere Schneefelder und die können, wie Oswald schreibt, auch vereist sein. Wir hatten Steigeisen, Stöcke, Pickel und Seil dabei - als Sicherheitsreserve. Hochgall war bis auf kurze Passagen am Zusteig schneefrei, exponierte Grat-Kletterei 2 bis 2+ mit versichterten Passagen. Die anderen Etappen kenne ich noch nicht.
    Aufstieg von der Kasseler Hütte zur Schneebigen Nock
    Foto: Manfred Mühlberger, Community
    Übergang zum Fernerköpfl
    Foto: Manfred Mühlberger, Community
    07.01.2021
    Redaktion DAV-Panorama
    Hallo, die obigen Aussagen kann ich als Autor der ursprünglichen Geschichte nur unterstreichen. Die Recherche fand im August eines warmen Sommers statt, deshalb war kaum noch störender Schnee (oder Vereisung) vorhanden - die Verhältnisse auf den Fotos sind also nicht repräsentativ! Aktuelle Verhältnisse am besten bei den Hüttenwirten erfragen! Besondere Cruxstellen sind der kurze steile Schneehang beim Abstieg vom Schnebigen Nock und der Gipfelanstieg zum Hochgall; wenn dort harter Firn oder Vereisung anzutreffen ist, kann es ohne Steigeisen, evtl. auch Pickel, heikel bis unmöglich werden. Eine Klarstellung zum Thema "Seil": Auf der beschriebenen Route muss man keine spaltigen Gletscher begehen (höchstens beim direkten Abstieg vom Magerstein zur Kasseler Hütte heißt es Augen auf). Deshalb ist das Seil nicht wegen des Themas "Gletscher" relevant, sondern zum Sichern. Die Handhabung dabei unterscheidet sich wesentlich. Wenn man an steilen, vereisten Passagen seillängenweise sichern muss, vervielfacht sich der Zeitbedarf. Andere Seilanwendungen (gleichzeitiges Gehen am "kurzen Seil") sind für Laien unverantwortlich gefährlich. Das ist in der Planung und bei der Abschätzung des persönlichen Könnens unbedingt zu berücksichtigen! Andi Dick, Redaktion DAV Panorama, staatl. gepr. Berg- und Skiführer
    07.01.2021
    Berg- und Wassersportverein Tirol  
    Danke andi, du sprichst (oder in diesem Fall du Schreibst) mir aus der Seele. Besonders die Handhabung korrekte Handhabung des Seiles ist auf Hochtouren nicht zu unterschätzen. Nicht selten steigen mir die berühmten Haare zu Berge, wenn ich unterwegs bin und sehe mit welch entsetzlicher Nachlässigkeit vorgegangen wird. Oswald Helm, staatl. geprüfter Instruktor Skitouren, Hochtouren, Alpinklettern.

    26.06.2020
    Manfred Mühlberger  
    Nicht unbedingt, hängt von den Verhältnissen (Temperatur) ab. Steilere Schneefelder gibt es einige. Wir hatten letztes Jahr Steigeisen und Pickel dabei.
    29.06.2020
    Matthias Pretzschner
    Wir waren Anfang September 2016 unterwegs, sind von der Rieserfernerhütte über Schneebiger Nock zur Kasseler H. gegangen. Hier war beim Abstieg die einzige Stelle, wo auf unserer Route Eisen empfohlen wurden, dann aber nur Restschnee vhd. war. Wir hatten jedoch zur Sicherheit Grödel mit. Wenn man über den Magerstein und den Ferner geht, sind Eisen und Pickel sicher angebracht.
    Blick auf den Magerstein (v. Schnebiger Nock)
    Foto: Matthias Pretzschner, Community

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    schwer

    Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

    Strecke
    56,8 km
    Dauer
    30:30 h
    Aufstieg
    5.565 hm
    Abstieg
    4.930 hm
    Höchster Punkt
    3.436 m
    Tiefster Punkt
    1.418 m
    Etappentour Aussichtsreich Einkehrmöglichkeit Gipfel-Tour ausgesetzt versicherte Passagen Kletterstellen Von A nach B Grat

    Wetter am Startpunkt

    10-Tages Vorhersage

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    Karten und Wege
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