Vorbei sind die Zeiten, in welchen das Mittagstal-Val de Mesdi auch als Val Bandita bezeichnet wurde. Nach einer überlieferten Erzählung wurde der hohe Übergang am oberen Ende des Mittagstales häufig als Übergang zwischen Colfuschg und dem Fassatal begangen. Nachdem jedoch auf der Jochhöhe eine Menschenhand gefunden wurde, wagte es niemand mehr, diesen Weg zu begehen. Heute gibt es dort eine Hütte und der Aufstieg zum Piz Boè, dem höchsten Gipfel der Gruppe, ist nicht mehr weit. Erstmals wurde der Gipfel durch Paul Grohmann mit dem Führer Irschara am 30. Juli 1864 bestiegen. Nach den Aufzeichnungen Grohmanns erfolgte der Aufstieg von Arabba herauf in einer reinen Gehzeit von 3 Stunden und 22 Minuten, wobei nahezu 1600 Höhenmeter überwunden wurden. Der Abstieg führte durch die Val Lasties hinunter zur Ebene von Pian Schiavaneis. Einer der beeindruckendsten Plätze in den Dolomiten, zweiseitig, nahezu raumartig eingerahmt durch die senkrechten Abstürze der Südwand des Piz Ciavazes und die Nordwestwand der Pordoispitze, wo sich im Zwischenraum der vorgeschlagene Steig emporwindet. Zu diesen gesellt sich noch mit den Sella-Türmen eine der schönsten Linien, die sich im nahezu perfekten Schwung von der vorgelagerten Lokomotive über den Ersten zum Zweiten Turm spannt.
Vom Parkplatz auf Pian Schiavaneis kurz entlang der Straße auf das Sellajoch. Bei einem großen Stein rechts der Straße leitet der Steig nun, Markierung 647, durch den niederen Wald, in Richtung Val Lasties und damit zum Wandfuß der Pordoi- Nordwestwand. Vor dieser nach links in kurzen Serpentinen aufwärts, bis man auf einer Höhe von 2320 Meter eine erste Verflachung, als »Pian del Siella« bezeichnet, erreicht, wo von links ein Steig von der Sella-Joch-Straße heranführt. Gemeinsam nun weiter, wieder etwas steiler zu einer weiteren Verflachung, »Pian de Roces« auf einer Höhe von 2500 Meter. Über diese in nordöstlicher Richtung weiter und bei einem nach links aufwärts ziehenden Schotterhang am östlichen Rand der Abstürze der Torre di Roces aufwärts. Hinter einer Verengung wendet sich der Steig nach rechts und ab ca. 2700 Meter verflacht sich das Gelände und der Steig erreicht die Forcella d’Antersass (2830 m). Hier gelangt man auf den Dolomiten-Höhenweg 2 und nach rechts, je nach
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