Die Tour über den Westgrat auf den Sass Bece bietet schöne, überwiegend leichte Kletterei in meist festem Fels. Die Stände sind mit Bohrhaken ausgestattet, an allen schwereren Stellen befinden sich Bohrhaken, Schlaghaken oder Sanduhrschlingen. Die schwerste Seillänge ist die 4. SL mit der schwarzen Platte und der nachfolgenden Verschneidung, die aber relativ gut mit Zwischensicherungen ausgestattet ist und sich zusätzlich absichern lässt.
Der Abstieg über den etwas improvisiert wirkenden Klettersteig ist insbesondere aufgrund der Seilbrücken und der Gratüberschreitung auch sehr lohnend und rundet die Tour ab.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
- Am Westgrat und am Klettersteig besteht die übliche Steinschlag-Gefahr.
- Der Klettersteig wirkt etwas improvisiert. Einige Verankerungen der Leitern sind mit Kabelbindern befestigt, und die Seile der Seilbrücken, besonders die der ersten, sind nicht besonders straff gespannt. Hier ist eine gewisse Vorsicht angebracht, im Zweifelsfall sollte man zusätzlich mit dem eigenen Seil sichern.
Weitere Infos und Links
- Topo und Routenbeschreibung auf bergsteigen.com:
https://www.bergsteigen.com/fileadmin/userdaten/tour/topo/sas_bece_westgrat_topo.pdf
Gutes Topo, bzgl. der künstlichen Griffe in der schwarzen Platte nicht mehr aktuell - Klettern in Gröden und Umgebung Band 1, Mauro Bernardi
In dieser Routenbeschreibung ist die Route auf insgesamt 5 SL eingeteilt, mit z.T. anderen Ständen. Wegen der guten Bohrhaken-Stände in der 6 SL-Variante und der geringeren Seilreibung können wir diese SL-Einteilung nicht empfehlen.
Wegbeschreibung
Zustieg:
Vom Passo Pordoi geht man auf einem Wanderweg Richtung Rifugio Fredarola unterhalb der Ostwand des Sass Bece, vorbei an einer Kapelle, bis man in eine kleine Scharte südlich des Sass Bece kommt (Pkt. 2360 in der AV und Tabacco Karte). Bis hier ca. 30 min.
Ab hier auf Pfadspuren Richtung Norden an den Wandfuß der Südwand, und unter dieser entlang zum eher schwach ausgeprägten Westgrat (siehe Bild), wobei die Pfadspuren etwas absteigen und um den untersten Sporn des Westgrates herumführen. Man kommt zu einer Schuttrinne. Der Einstieg befindet sich wenige Meter oberhalb von dieser und wird über eine kurze Stufe erreicht. Am Einstieg befindet sich eine Sanduhr mit Sanduhr-Schlinge, die aber von unten nicht leicht zu erkennen ist. Bis zum Einstieg ca. 10 min. ab der Scharte.
Route:
- Seillänge (bis 4-, ca. 30 m)
Vom Einstieg an der Sanduhrschlinge zunächst kurz schräg nach rechts aufwärts z.T. entlang eines Bandes, zu einem kleingriffigen, plattigen Aufschwung (4-) mit einer weiteren Sanduhr als Zwischensicherung. Weiter aufwärts zu einem Stand mit 2 Bohrhaken. - Seillänge (bis 3-, 27 m)
Vom Stand über Schrofen zu einem Felskopf, der als Stand dient, wenn man die Tour in 5 Seillängen geht, so wie im Bernardi-Führer beschrieben. Man ist nun knapp links von der Gratkante. Zu einer weiteren Sanduhr, dann über eine Stufe, zuletzt etwas links haltend, zu einem Stand mit 2 Bohrhaken. - Seillänge (bis 4-, 30 m)
Vom Stand wieder etwas links haltend über einen kleingriffigen Aufschwung zu einem Band, dem man nach rechts bis kurz vor die Gratkante folgt. Hier in einer Art Verschneidung (1 Bohrhaken, 4-) steil aufwärts zu einem Geröllabsatz. An dessen hinterem Ende, am Beginn eines erneuten Aufschwungs, befindet sich der nächste Stand mit 2 Bohrhaken. Die Schlüsselstelle mit der schwarzen Platte ist von hier bereits gut sichtbar. - Seillänge (4, 35 m, Schlüsselstelle)
Vom Stand schräg nach links steil aufwärts zum Beginn der schwarzen Platte. Diese schräg nach rechts aufwärts, entlang von mehreren Bohrhaken und Schlaghaken. Die künstlich angebrachten Tritte, die auf bergsteigen.com beschrieben sind, existieren nicht mehr (Stand September 2023), man sieht aber noch Bohrlöcher und Kleber-Reste. Nach oben hin geht die Platte in eine steile Verschneidung über, der man folgt (Absicherung mit Schlaghaken, Legen von Friends möglich) zu einem Stand mit 2 Bohrhaken. - Seillänge (bis 4-, 35 m)
Sehr leicht über Schrofen und Bänder zurück zur Gratkante und knapp links von dieser einen kurzen Aufschwung aufwärts (4-) zu einem Stand an einem Schutt-Absatz. - Seillänge (2, 35 m)
Nahe der Gratkante leicht über Schrofen aufwärts zum Stand auf einem Kopf, von dem aus bereits der Klettersteig sichtbar ist.
Abstieg über Abseilpiste:
Vom Standplatz wenige m Richtung N, bis nach rechts (SO) eine Rinne hinunterführt. Hier kann an einem Ring zu einem bereits sichtbaren Drahtseil abgeseilt werden (auch Abklettern möglich). Dieses führt zur Abseilpiste. Da wir über den Klettersteig abgestiegen sind, können zu dieser variante keine weiteren Angaben gemacht werden.
Abstieg über den Klettersteig:
Vom Stand am Abseilring vorbei wenige m abwärts zu einer bereits sichtbaren Metall-Leiter und entlang von Drahtseilen zum Gipfel des Sass Bece. Ab hier entlang des Gipfelgrates Richtung NNW, wobei mehrere Zacken überschritten werden. Die Schluchten zwischen diesen werden mittels 3 Seilbrücken überquert.
Schwierigkeit des Kletersteigs: ca. B, wobei die Seilbrücken recht ausgesetzt sind.
Nach dem letzten dieser Gipfel (markiert durch eine Stange) verläuft der Abstieg weiter Richtung NNW am Gipfelgrat entlang, ist teilweise mit Drahtseilen gesichert und mit Steinmännern markiert. Nach einer deutlichen Scharte über eine Holzleiter und auf der NO-Seite nochmals etwas aufwärts, bevor das Ende des Klettersteigs erreicht ist und ein guter Weg in Sepentinen hinunter zum Passo Pordoi führt.
DER ERSTE WELTKRIEG MUSEUM
Der Erste Weltkrieg Museum
Pordoijoch
Bar Giusy
Photo Point Pordoi Joch
Pordoi-Kapelle
Rifugio Sass Becé
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
- Von Gröden mit Bus Nr. 471 mehrmals täglich
- Von Corvara über Arabba mit Bus Nr. 472 mehrmals täglich
- Fahrpläne siehe https://www.suedtirolmobil.info/de/meine-fahrt/fahrplaene
Anfahrt
Zum Passo Pordoi von Gröden über das Sellajoch, aus dem Val Badia über den Campolungo-Pass.Parken
Großer kostenfreier Parkplatz direkt auf der Passhöhe.Koordinaten
Buchempfehlungen des Autors
siehe "Infos und Links"
Kartenempfehlungen des Autors
- Alpenvereinskarte Langkofel und Sellagruppe, 1:25.000
- Tabacco Karte Alta Badia Arabba Marmolada, 1:25.000
Kartentipps für die Region
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

Nutzerfragen