Rund um die Blitzenreuter Seenplatte zum „Schatz im Schreckensee“
Walter Biselli
Die Wanderung rund um die Blitzenreuter Seenplatte führt durch eine idyllische Landschaft aus Wäldern, Mooren und einer Vielzahl an Seen, die während der letzten Eiszeit entstanden sind.
Während der Würmeiszeit entstanden im oberschwäbischen Hügelland Hochmoore und über 2000 Stillgewässer. Die Moore wurden größtenteils abgetorft und entwässert, die Seen zur Fischzucht genutzt. Seit den 1960er Jahren führte die intensive Landwirtschaft zu einer erhöhten Nitratbelastung. Mit der Aufgabe der Streuwiesen für die Viehwirtschaft und der zunehmenden Verlandung der Seen veränderte sich der Charakter der Landschaft.
Um dem entgegenzuwirken, wurde 1989 das „Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen“ ins Leben gerufen, durch das rund 70 Seen gerettet werden konnten. Schließlich sorgte das EU-LIFE-Projekt „Lebensraumoptimierung Blitzenreuter Seenplatte“ für die Anlegung von Themenwegen mit Informationstafeln, die über die abwechslungsreiche Jungmoränenlandschaft informieren.
Zum Weltkulturerbe gehört auch der „Schatz im Schreckensee“. Auf einer Halbinsel an seinem östlichen Ende stand eine frühsteinzeitliche Dorfanlage.
Die Rundwanderung ist ideal für Naturliebhaber und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung und Erholung.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Einkehrmöglichkeiten
Gasthaus HirschSicherheitshinweise
Die Wanderung verläuft auf unkritischen Wegen.
Weitere Infos und Links
Ausführliche Informationen zur Blitzenreuter Seenplatte mit Beschreibungen der Themenwege:
www.zwischenschussenundseen.de
Ein Pfad in die Steinzeit: www.steinzeit-am-schreckensee.de
Einkehrmöglichkeiten:
- Vorseer Stallbesen, Vorsee 10, 88284 Wolpertswende: Tel. 07502/912 4430, www.vorseer-stallbesen.de
- Gasthaus Hirsch, Vorsee 19, 88284 Wolpertswende: Tel. 07502/648
- Hofcafé Vorsee, Vorsee 81, 88284 Wolpertswende: Tel. 07502/911 3178, www.hofladen-vorsee.de
Wegbeschreibung
In Wolpertswende besichtigen wir zunächst die Pfarrkirche St. Gangolf, eine fränkische Gründung aus dem 12. Jahrhundert. Aufgrund der zahlreichen Heiligenfiguren wird sie im Volksmund „Heiligenspeicher“ genannt. Unterhalb der Kirche steigen wir einen Wiesenweg hinab zur barocken Gangolfskapelle, die 1705 in der Nähe des Gangolfsbrunnens errichtet wurde. In der Kapelle befand sich einst das Bild der sogenannten „Brunnenprobe“, das ein Gottesurteil über die Ehefrau des Volksheiligen Gangolf darstellt. Gangolf wird in der Region als Schutzpatron der Quellen und Pferde verehrt.
Zurück beim Ausgangspunkt am Rathaus, lockt als nächstes Ziel der Hatzenturm. Der Bergfried einer Burg aus dem 12. Jahrhundert ist jedoch aus „baurechtlichen Gründen“ durch die Stadt Ravensburg geschlossen! Wir kürzen daher über die Vorseer Straße ab und folgen dem „Kapellenweg Route Ost“ nach links in Richtung Vorsee zur Station 6 des Sonnenwegs und gehen weiter geradeaus zu Station 5.
Am Wanderparkplatz biegt der Kapellenweg ohne Wegweiser nach rechts ab und führt entlang des Waldrands durch das Naturschutzgebiet Wegenried bis zum Ort Vorsee mit der Dominikus-Kapelle am Vorseer Stallbesen. Die Kapelle wurde 1755 aus Dankbarkeit für die Abwendung einer Viehseuche errichtet.
Mit Blick auf den Vorsee setzen wir unseren Weg durch den Weiler in Richtung Buchsee fort. Auf dem Weg dorthin stoßen wir auf der „MACHmal“-Runde auf eine begehbare Sonnenuhr, mit der sich die Ortszeit bestimmen lässt. Dann biegen wir rechts auf den „Pfad in die Steinzeit“ ab und folgen der B32 zum SB-Hofladen und Hofcafé Vorsee.
Dann unterqueren wir die B32 und gehen etwa 400 Meter auf dem Grünstreifen neben der K7966 zum Schreckensee. Die Halbinsel auf der rechten Seite gehört zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Hier befand sich eine frühsteinzeitliche Siedlung, die zwischen 3650 und etwa 2000 v. Chr. bewohnt war. Die Fundstelle bleibt im Boden konserviert, weshalb der „Schatz im Schreckensee“ unsichtbar ist. Zu seiner Erhaltung soll er auch nicht gehoben werden! Mit etwas Geduld und Glück lassen sich von der Beobachtungskanzel aus jedoch Eisvögel und Libellen beobachten. Sehschlitze ermöglichen gezielte Einblicke in verschiedene Bereiche des Sees.
Auf dem „Pfad in die Steinzeit“ geht es durch den märchenhaften Bannwald zurück in Richtung Blitzenreute und weiter zum Buchsee. Ein Panorama-Stuhl lädt dazu ein, die von der letzten Eiszeit geformte Moränenlandschaft aus einer erhöhten Perspektive zu betrachten.
Unter der Bundesstraße hindurch erreichen wir den Häcklerweiher, der zu einer idyllischen Rast am Ufer einlädt. Aufgrund seiner Lage an der B32 ist er auch ein beliebter Badesee. Anders als Vorsee, Schreckensee und Buchsee ist er kein Überbleibsel der letzten Eiszeit, sondern wurde als Fischweiher angelegt. Der „DENKmal“-Weg führt entlang des Ufers und lädt zum Nachdenken und Beobachten ein. Er leitet uns über einen Bohlenweg weiter zum Dornacher Ried, wo „Holzlupen“ auf die besondere Moorflora hinweisen.
Wir erreichen schließlich den Aussichtspunkt „Alpenpanorama“, der bei klarer Sicht und Föhnwetter einen beeindruckenden Blick auf die Alpengipfel von der Zugspitze bis zum Säntis bietet. Hier laden eine Bank und eine Panoramatafel dazu ein, die Aussicht zu genießen und die Alpengipfel zu erkunden.
Anschließend biegen wir links auf den Riedmeckerlerweg ab, der wieder ins Dornacher Ried führt und uns zur Besucherplattform leitet. Ist diese aufgrund von Überflutung nicht zugänglich, kann auch der Riedweg nach Wolpertswende betroffen sein, der dahinter rechts abzweigt. In diesem Fall gehen wir geradeaus weiter zum Wanderparkplatz und folgen einfach dem bereits bekannten Hinweg nach Wolpertswende.
Hatzenturm
Wolpertswende Rathaus
Pfarrkirche St. Gangolf
Gangolfskapelle und Brunnenhaus
Kelten-Kultstätte Mettis
Wegenried
Dominikuskapelle
Vorseer Stallbesen
Gasthaus Hirsch
Vorsee
Begehbare Sonnenuhr
Wolpertswende Vorsee Abzw. B32
UNESCO-Welterbestätte Schreckensee
Schreckensee
Panorama-Stuhl
Buchsee
Wanderparkplatz Häcklerweiher
Grillplatz am Häcklerweiher
Häcklerweiher
Dornacher Ried
Alpenpanorama
Besucherplattform
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
- mit Bus 20 vom Busbahnhof Ravensburg bis Rathaus Wolpertswende (nur werktags!)
- mit Bus R65 (Busbahnhof Ravensburg - Bahnhof Bad Saulgau) bis Vorsee Abzw./B32, Wolpertswende
Koordinaten
Kartenempfehlungen des Autors
Wanderkarte des Schwäbischen Albvereins: W262 Ravensburg, Maßstab 1:25 000, ISBN 978-3-86398-488-5. Herausgeber Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg.
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Kartentipps für die Region
Ausrüstung
Feste hohe Wanderschuhe und Fernglas für die Vogelbeobachtung.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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