Eine spektakuläre Gipfeltour, die allerdings konditionell und technisch ziemlich anspruchsvoll ist.
Die Paglia Orba ist wohl der markanteste Berggipfel auf Korsika. Gleich neben ihr steht der Capo Tafunatu, dessen großes Felsenfenster ebenfalls ein Blickfang ist.
Der Gipfelaufstieg auf die Paglia Orba verläuft in Konglomerat-Gestein, das recht gute Griffe und Tritte bereithält. Die erste Schlüsselstelle (SG II) ist ein Felskamin, der im Abstieg nur unwesentlich schwieriger ist als im Aufstieg. Die zweite Schlüsselstelle (ebenfalls SG II) besteht aus einem Felsband, das über einen Riss zu erreichen ist und durch einen weiteren Riss nach oben wieder verlassen wird. Diese Passage ist ziemlich ausgesetzt und daher im Abstieg mental eine kleine Herausforderung.
Nicht zu unterschätzen ist auch der lange Anstieg ausgehend vom „Hufeisen“ vorbei an der Bergerie de Radule und dem Refuge de Ciottulu di i Mori bis zum Wandfuß in der Nähe des Col des Maures: Man ist bereits einigermaßen müde, bevor überhaupt die erste Kletterei beginnt!
Autorentipp
Wenn man den GR 20 möglichst weitgehend vermeiden möchte, kann man diese Tour auch vom Col de Vergio aus starten, muss dafür aber am Rückweg einen leichten Gegenanstieg in Kauf nehmen.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
Die (ungesicherten) Kletterpassagen beim Gipfelaufstieg erreichen an den beiden Schlüsselstellen den Schwierigkeitsgrad II, die obere der beiden Passage ist außerdem ziemlich ausgesetzt. Beim Aufstieg sollte man bedenken, dass man entlang derselben Route auch wieder abklettern muss.
Für einige Verwirrung sorgen die (allzu) zahlreichen Wegzeichen in diesem Bereich: Wenn normalerweise gilt „Ein Steinmann weist den richtigen Weg“, so müssen es auf der Paglia Orba mindestens drei Steinmänner hintereinander in einer Reihe sein, um die „richtige“ (also einfachste) Route anzuzeigen. Zahlreiche weitere Optionen sind ebenfalls mit dem einen oder anderen Steinmann markiert, führen aber durch schwierigeres Gelände.
In jedem Fall vermeiden muss man es, versehentlich auf eine in der OSM weiter im Osten verzeichnete „Aufstiegsvariante“ zu kommen, denn diese würde durch eine fast senkrechte Verschneidung führen (mindestens SG III), die sich höchstens als Abseilpiste eignet.
Weitere Infos und Links
Capu a u Tozzu
Wegbeschreibung
Von der Straßenkehre „Le Fer à Cheval“ aus folgt man der Hinweistafel „Bergerie de Radule“ in nördlicher Richtung, geht bei einer Rechtsabzweigung geradeaus weiter und erreicht schon bald den Weitwanderweg GR 20. Diesem folgt man nun entlang von rot-weißen Markierungen vorbei an der Bergerie bis zu einer Metallbrücke über den Bach. Kurz dahinter erreicht man eine Weggabelung, wo man sich links hält („Refuge de Ciottulu“). Nach einer etwas unangenehmen Passage mit grobem Blockgelände erreicht man eine weitere Brücke, die man jedoch nicht überquert, sondern kurz davor den Markierungen folgend geradeaus weiter bergauf geht. Bei einer großen Felsplatte mit einer schönen Badegumpe quert man auf die andere Seite des Baches und folgt diesem weiter taleinwärts bis zu einer Weggabelung, wo man geradeaus gehjt und dem Wasserlaug folgend in Richtung Refuge de Ciottulu weiterwandert. Dort wo ein großer roter Pfeil nach links weist und der GR 20 den Talgrund verlässt, geht man neuerlich geradeaus am Bach entlang auf einem deutlichen, aber unmarkiertem Pfad weiter, vorbei an einer Bergerie, und dahinter dann schräg bergauf. Man hält sich ganz links, geht bis zum Kar-Schluss in direkter Linie auf die hoch oben liegende Hütte zu und steigt anschließend steil auf, bis man den Refuge de Ciottulu erreicht hat.
Auf der linken Seite der Hütte zieht sich ein Pfad durch den Schutt schräg bergauf, dem man folgt. Am Beginn des obersten Schuttkares zweigt nach rechts eine Steigspur ab, die mit Steinmännern gekennzeichnet ist und direkt auf den Wandfuß zu führt. Hier steigt man zwischen Felsen hindurch zunächst steil hoch und biegt dann scharf nach links auf ein schottriges Felsband ab (Vorsicht: Steinmännern nach rechts führen von hier aus um den Berg herum und zu einer Route, die nicht als Aufstieg geeignet ist!), um am Ende dieses Bandes rechts nach oben in die Felsen abzubiegen, über grobe Blöcke bis fast zum Wandfuß hinaufzuklettern und dort entlang von zahlreichen Steinmännern weiter nach links bis zu einem Geländeübergang. Weitere Steinmännern führen von dort hoch zu einer felsigen Schlucht, der man bergauf folgt. Diese Schlucht verengt sich zu einem Kamin, womit man die erste Schlüsselstelle (SG II) erreicht hat und sie nach oben durchklettert. Darüber wird die Schlucht wieder breiter und es geht steil weiter bis auf eine Scharte. Hiermit hat man die zweite Schlüsselstelle erreicht: Man muss scharf nach rechts durch einen Riss auf ein felsiges Querband hochklettern, diesem ganz nach links folgen (ausgesetzt!) und dort über einen weiteren Riss nach rechts oben weiterklettern, wo sich das Gelände nach wenigen Metern zurücklehnt und einfacher wird. Über grobes Blockgelände geht es anschließend entlang von Steinmännern weiter bergauf, bis man einen breiten Rücken erreicht hat und diesem flach ansteigend nach links zu einem felsigen Sattel folgt. Hier steigt man auf der gegenüberliegenden Seite steil bis zu einer Scharte ab und dahinter über einen felsigen Geröllhang wieder auf. Weiter oben knickt die Pfadspur scharf nach links, folgt einer Rampe und erreicht so den Gipfelhang, über den es relativ flach bis zum felsigen Gipfelaufbau hinübergeht und über diesen hinauf auf den eigentlichen Gipfel.
Für den Rückweg folgt man im Wesentlichen dem Hinweg, kann aber folgende Variationen einbauen: Am Ende des Gipfelabstieges hält man sich (bergab gesehen) rechts und folgt einer Serie von Steinmännern direkt zum Col des Maures hinunter, wo kurz vor dem Pass noch eine leichte Abkletter-Stelle wartet. Nach dem Refuge de Ciottulu di i Mori kann man sich rechts halten und dem GR 20 folgend in einem großen Bogen zurück bis in den Talgrund absteigen.
Refuge Ciuttulu Di i Mori
Betonbrücke
Öffentliche Verkehrsmittel
Keine Anbindung
Anfahrt
Von Porto kommend auf der D84 über den Col de Vergio und vorbei am Castel de Vergio bis zur nächsten (hufeisenförmigen) Rechtskehre „Le Fer à Cheval“, wo sich an der Innenseite der Kehre ein Parkplatz befindet.
Von Corte auf der D84 vorbei am Lac de Calacuccia und in Richtung Col de Vergio bis zur Kehre „Le Fer à Cheval“.
Parken
Parkplatz an der Innenseite der Straßenkehre „Le Fer à Cheval“.
Koordinaten
Buchtipps für die Region
Ausrüstung
Wanderausrüstung.
In jeden Rucksack gehören: Regen-, Kälte- Sonnenschutz, Erste-Hilfe-Paket, ausreichend Flüssigkeit und eine Wanderkarte der Region.
Ein Steinschlaghelm ist für den Gipfelaufstieg empfehlenswert.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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