Der Nachtigallenweg verläuft über die Schaf- und Ziegenweide auf dem Kindel, im südlichen Teil des Nationalparks Hainich. Das Offenland ist mit Hecken und Gebüschgruppen abwechslungsreich strukturiert. Insbesondere Ornithologen werden hier des Entdeckens nicht müde werden. Er ist in einer Stunde ohne Mühe zu erwandern, jedoch lädt er an verschiedenen Punkten auch zu längerem Verweilen ein. Zwei Höhepunkte (im wahrsten Wortsinn) hat der Nachtigallenweg zu bieten: des Aussichtsturm Wilde Weide und die Aussichtskanzel am Silbersee.
Auf den umliegenden Flächen werden im Rahmen des eurpaweiten Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 wertvolle Lebensräume (bspw. Naturnaher Kalktrockenrasen) und ihre seltenen Bewohner geschützt. Hier leben beispielsweise der stark gefährdete Goldene Scheckenfalter, die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke und selten gewordene Vogelarten wie Feldlerche, Grauammer oder Neuntöter.
Autorentipp
Planen Sie etwas mehr Zeit ein für die ornithologische Beobachtungen und die der Weidetiere.
Besonders empfehlenswert ist es, die Runde in den frühen Morgenstunden oder gegen Abend zu erleben.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Weitere Infos und Links
https://www.nationalpark-hainich.de/de/ausflugsziele/wanderwege/rundwanderwege/nachtigallenweg.htmlWegbeschreibung
Ausgangspunkt
Der Nachtigallenweg startet gemeinsam mit dem Erlebnispfad Wilde Weide am Wanderparkplatz Kindel. Er führt vorbei an den großen Informationstafeln durch das Eingangstor Wilde Weide Kindel. Zur Linken erstreckt sich die Weide der Pferde und Rinder und zur Rechten die der Schafe und Ziegen. Nach nur wenigen Schritten bietet sich die erste Möglichkeit für eine kurze Pause auf einer Bank. Kinder erklettern derweil die Strauchwildnis. Weiter geht es Richtung Aussichtsturm. Auf etwa halber Strecke lädt die Ruhestation Rind zum Verweilen und gleichzeitig zum Knobeln ein. Eine Hinweistafel beschreibt die Möglichkeit, mittels Schrittmaß die Entfernung bis zum Aussichtsturm zu berechnen. Schritte zählend geht es nun weiter zum Aussichtsturm.
Aussichtturm Wilde Weide
Das Areal bietet sich mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten – für sehr sonnige oder regnerische Tage auch geschützt - für ein Picknick an. Groß und Klein haben Spaß auf dem 9,6 m hohen Aussichtsturm. Bis zur Terrasse ist der Ausstieg leicht, bis in die Spitze ist ein klein wenig Gelenkigkeit erforderlich. Ob von der Terrasse oder in der Spitze des Turmes, man genießt einen wunderschönen Blick nach Norden zu den Buchenwäldern des Nationalparks, nach Westen über die Weide der Schafe und Ziegen hin zum Thüringer Wald und der Wartburg und nach Osten über die Weide der Rinder und Pferde. Mit etwas Glück und einem Fernglas lassen sich unsere Weidetiere erspähen.
Weide der Schafe und Ziegen
Wenn der Weitblick ausgiebig genossen wurde, geht es weiter durch die Besucherschleuse auf die Weide der Schafe und Ziegen. Die Tür lässt sich nach Umklappen der Sperre ganz einfach öffnen. Auch wenn die Herde der Weidetiere nicht zu sehen ist, deren Hinterlassenschaften und Trittsiegel sind es auf jeden Fall. Nach wenigen Metern zweigt der Erlebnispfad Wilde Weide nach links ab, wir aber wandern weiter geradeaus. Entlang von im Frühling weißblühenden Sträuchern führt uns das Nachtigallenweg-Piktogram sicher über die Fläche. Immer wieder passieren wir Informationstafeln, die über diesen wertvollen und schützenswerten Lebenraum und seinen selten gewordenen Bewohnern, zum NATURA 2000 Schutzgebietsnetz und zu den Weidetieren informieren.
Auf dem höchsten Punkt des Wanderweges angelangt, markiert durch die Sitzraufe Am Schlangengraben, gestatten wir uns einen Blick zurück über die weiten Freiflächen des Kindel. Der Name Kindel geht auf den 'Kindelhof' zurück, dessen Flächen in den ab 1935 existierenden Truppenübungsplatz einbezogen wurden. Bis 1991 nutzte die Sowjetarmee die 2540 Hektar großen Flächen. Zur Anlage von Schießbahnen wurden Anfang der achtziger Jahre 600 Hektar Laubwald eingeschlagen.
Flockenblume, Wegwarte, Witwenblume, Hauhechel, Goldrute, Kreuzkraut und zahlreiche Disteln, eingebettet im Grasmeer der Sommerwiese, verzaubern das Plateau mit bunter Blütenpracht. Neben vielen Feldlerchen sind in den gebüschreichen Weiten auch zahlreiche Heckenvögel wie Goldammer, Zilpzalp, Grasmückenarten oder Neuntöter zu beobachten bzw. zu belauschen.
Der Weg führt nun talabwärts hin zum Silbersee, die Wartburg ist am Horizont unsere ständige Begleiterin.
Der Silbersee
Der Silbersee ist ein künstliches Gewässer, das geraume Zeit vor Gründung des Nationalparks als Rückhaltebecken angelegt wurde. Heute ist er das größte Stillgewässer im Nationalpark. Seinen Namen verdankt der See, ähnlich wie sein Namensvetter aus den Karl-May-Episoden, dem schillernden Lichtspiel der Wellen in der Abendsonne. Spätestens in der Aussichtskanzel Silbersee zahlt es sich aus, ein Fernglas dabei zu haben, um die Wasservogelwelt zu beobachten. Verschiedene Entenarten, Blässhuhn und Teichhuhn sind häufig zu sehen. Im Randgebüsch bauen hin und wieder Beutelmeisen ihre Nester. In den zahlreichen Kleingewässern rund um den See tummeln sich Amphibien in großer Zahl. Auch die seltene Gelbbauchunke und der Laubfrosch sind hier anzutreffen.
Am Silbersee befindet sich der Umkehrpunkt. Nach einem Wegstück am Weidezaun wandern wir wieder leicht bergauf und genießen auf dem Rückweg noch einmal den Blick über den Kindel.
Rückweg mit Erlenbruchwald udn Infopavillon
Gemeinsam mit dem Erlebnispfad Wilde Weide verlassen wir durch ein Besuchertürchen die Weidefläche. Der Weg führt uns durch einen Erlenbruchwald, in dem vom Herbst bis Frühling das Wasser steht und unter einer Brücke entlangplätschert. Nicht weit, und mit der Ruhestation Metamorphose ist die letzte Sitzmöglichkeit des Weges erreicht. Hier befindet sich auch der Infopavillon, der Wissbegierigen alle Fragen speziell zu den Weideprojekten im Nationalpark, den Weidetieren auf den Flächen, zum NATUR 2000 – Netzwerk und der spannenden Geschichte des südlichen Nationalparks beantwortet. Allgemeine Informationen zum Nationalpark und Neuigkeiten gibt es ebenfalls zu lesen.
Der Weg führt nun weiter nach links zurück zum Wanderparkplatz.
Wilde Weide
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
Der Hainichbus (Linie 150) bringt Sie wochtags und an den Wochenenden zur Bushaltestelle B84 Kindel-Industriegebiet.
Anfahrt
Wanderparkplatz Kindel an der B84 zwischen Großenlupnitz und BehringenParken
Kostenlose ParkplätzeKoordinaten
Kartenempfehlungen des Autors
BiotopWanderkarte Nationalpark Hainich 1:25 000
ISBN: 9783866369290
für 5,95 Euro (zzgl. 1,60 Euro Porto) bestellbar bei:
Welterberegion Wartburg Hainich e.V.Am Schloß 2
99947 Weberstedt
Tel.: 032022 980836
E-Mail: info@welterbe-wartburg-hainich.de
Katalog "Fachliteratur und Kartenmaterial" des Welterberegion Wartburg Hainich e.V.
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Ausrüstung
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