Welterbe erleben – Bergbaugeschichte im Erzgebirge
UNESCO - Welterbe / Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
Seit Juli 2019 ist die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří UNESCO-Welterbe. In der Urlaubsregion Altenberg können Sie die historischen Bergbaulandschaften Altenberg-Zinnwald und den ehemaligen Verwaltungssitz Lauenstein erkunden. Hier finden Sie Zeugnisse aus über 800 Jahren Bergbaugeschichte, innovative Techniken und kulturelle Schätze, die die Region geprägt haben.
Nach Silber war Zinn das zweitwichtigste Metall, das im Erzgebirge abgebaut und verarbeitet wurde. Die Blütezeit des erzgebirgischen Zinnbergbaus erstreckte sich vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, als die sächsisch-böhmische Produktion England als größten Zinnproduzenten weltweit ablöste. Die historische Erzwäsche IV sowie die Altenberger Pinge und beeindruckende unterirdische Grubenhohlräume geben Einblicke in die Abbau- und Verarbeitungstechnologien. Mit dem Zinnerzbergbau sind in der Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald wegweisende Entwicklungen auf dem Gebiet von Wasserhaltungssystemen und der Erzaufbereitung verbunden.
Ein RIESENGROSSER Schatz tief unter der Erde
Video: Urlaubsregion Altenberg
Wir sind stolz, aus unserer Region bedeutende (Zeit)Zeugnisse der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří präsentieren zu können:
In drei entscheidenden Kulturkriterien steht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří stellvertretend für:
Die technologischen und wissenschaftlichen Errungenschaften auf dem Gebiet der Grubenentwässerun, der Erzaufbereitung, dem Hüttenwesen und der Bergbauwissenschaften, die zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert vom sächsisch-böhmischen Erzbergbau ausgingen. Die Anwendung, Weiterentwicklung und weltweite Verbreitung dieser Technologien und Kenntnisse sind im globalen Maßstab beispiellos.
Die Herausbildung eines staatlich organisierten Bergbauwesens mit direktem Einfluss auf die Bergbauverwaltung, das Bildungssystem und die sozialen Bereiche. Diese Entwicklung, die anderen Bergbauregionen auf dem europäischen Kontinent als Vorbild diente, hat nicht nur die Verwaltung revolutioniert, sondern auch zur Entstehung einer auf dem Bergbau beruhenden Kultur geführt.
In der vom 12. bis in das 20. Jahrhundert hinein andauernden Formung der Region zu einer vom Bergbau geprägten, weltweit einzigartigen Kulturlandschaft. Deren unterschiedliche Entwicklungsstufen sind anhand von originalen Bergbaulandschaften, Abbau- und Verhüttungsanlagen sowie den großzügig angelegten und kunstvoll ausgestatteten Bergstädten bis heute sichtbar.
Eine Eintragung der „Montan- und Kulturlandschaft Erzgebirge“ in die deutsche Tentativliste, eine Art Warteliste für Welterbestätten, erfolgte bereits im Jahr 1998. Nachdem eine Welterbe-Projektgruppe der TU Bergakademie Freiberg im Jahr 2002 anhand einer Studie das Potential für die Aufnahme der Montanregion Erzgebirge in die Welterbeliste bestätigt hatte und zur ideellen und finanziellen Unterstützung der Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V. gegründet wurde, konnte das Vorhaben Schritt für Schritt realisiert werden.
Zwischen 2007 und 2012 erfolgte die Auswahl und Beschreibung der vorgesehenen Welterbe-Objekte auf sächsischer und tschechischer Seite durch sogenannte Umsetzungsstudien. Mit der Gründung gemeinnütziger Trägergesellschaften beiderseits der Grenze wurde die Organisation und Finanzierung der Antragsphase in die Verantwortung der Region gelegt. Seit 2012 erstellte die Projektgruppe an der TU Bergakademie Freiberg den deutsch-tschechischen Welterbeantrag „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“, der im Januar 2014 an das Welterbezentrum der UNESCO in Paris übersandt wurde.
Nach Einschätzung des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) wurde daraufhin die Welterbewürdigkeit bestätigt, allerdings eine Qualifizierung der Unterlagen angeregt, um die Chancen für eine erfolgreiche Einschreibung in die Welterbeliste zu verbessern. Der Antrag wurde daraufhin nach den Empfehlungen des Internationalen Denkmalrates überarbeitet und im Januar 2018 nochmals bei der UNESCO eingereicht. Im Ergebnis der erneuten Fachprüfung wurde im Mai 2019 die Empfehlung von ICOMOS an das Welterbekomitee der UNESCO zur Einschreibung in die Welterbeliste gegeben. Auf deren 43. Sitzung Anfang Juli 2019 in Baku/Aserbaidschan wurde die Eintragung erfolgreich zur Abstimmung gebracht. Jubel, Freude und Erleichterung verbreiteten sich, als man nach über 20 Jahren Bemühungen zu diesem ersehnten Erfolg gelangt war.
Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald / Verwaltungssitz Lauenstein
Video: erzgebirgisch - Montanregion Erzgebirge/Krušnohoři
Der UNESCO-Welterbe Audio Guide und Welterbe-Pass der Urlaubsregion Altenberg
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