Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Wegbeschreibung
Start I
Wanderparkplatz Solfelsen an der Landesstraße 155 zwischen Rickenbach-Bergalingen und Wehr (796 m)
Koordinaten: Wanderparkplatz Solfelsen:
DD 47.607342, 7.947917
GMS 47°36'26.4"N 7°56'52.5"E
UTM 32T 420926 5273195
Start II
Wanderparkplatz Segelflugplatz beim Segelflugplatz Rickenbach-Hütten (886 m)
Koordinaten: Wanderparkplatz Segelflugplatz:
DD 47.634349, 7.942033
GMS 47°38'03.7"N 7°56'31.3"E
UTM 32T 420524 5276203
Ziel
Zielpunkt ist jeweils beim Start der Tour
Wegbeschreibung Start I
Wir starten beim Wanderparkplatz Solfelsen 796 m am Fernsehturm vorbei. Der Hochrheinsender ist ein Grundnetzsender zur terrestrischen Verbreitung von digitalem Hörfunk. Er ist ein 184 Meter hoher, abgespannter Stahlmast, er wurde 1966 errichtet und strahlte bis 2007 analog die Programme ZDF und SWR-Fernsehen aus. Bei der Umschaltung auf DVB-T2 HD wurde der Senderstandort für das Fernsehen ersatzlos abgeschaltet.
Die Block- und Felsformation des Solfelsengebietes ist aus Albtalgranit aufgebaut. Er befindet sich auf 775 Metern Höhe und wird wegen seiner gerundeten Form Solfelsen oder auch „Pelzkappenstein“ genannt. Mit einer Höhe von 5,40 Metern und einer Masse von 230 Tonnen ist der wuchtige Granitblock an Ort und Stelle (In situ) durch Einwirken von Hitze, Kälte und Nässe (Frost) in einem langanhaltenden Verwitterungsvorgang durch schaliges Abwittern in seiner rundlichen und einzigartigen Form entstanden (sogenannte Wollsackverwitterung) und nicht etwa während der Eiszeit hierher verfrachtet worden. Er lagert auf einer Formation von Aplitgranit, den man über einige Meter verfolgen kann. Beinahe wäre der Solfelsen wie so viele Gesteinsvorkommen zu Bahnschotter verarbeitet worden, wenn nicht im Jahre 1895 der Kaufmann P. Streicher von Stein gegenüber von Bad Säckingen das Grundstück erworben und so den Abbau verhindert hätte. Seit 1971 ist das Gelände im Besitz des Schwarzwaldvereins Bad Säckingen und seit 1950 ein eingetragenes Naturdenkmal.
Im Bereich des Solfelsen haben sich Reste eines Eichenschälwaldes erhalten. Schäleichen-Rinde dienten zur Gewinnung von Eichenlohe zum Gerben von Tierhäuten.
Von dem Felsvorsprung haben wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt Wehr mit Öflingen im Wehratal sowie auf das Hochrheintal. Hinter Rheinfelden sind die Vororte von Basel zu erkennen sowie der Sendeturm von St. Chrischona. Links des Rheins der Schweizer, dahinter der Französische Jura. Rechts der Dinkelberg mit seinen Karsterscheinungen mit den Dolinen und den Höhlensystemen. Bekannt sind die Erdmannshöhle in Hasel und die Tschamberhöhle bei Rheinfelden-Riedmatt. Dazu gehört auch der Eichener See, der jahreszeitlich bedingt zu Tage tritt. Von hier geht es weiter über den Spatzenhof und den Gückelfelsen zum Pirschweg.
Parallel zum Pirschweg kann über eine lange Strecke eine zum Teil noch gut erhaltene Trockenmauer verfolgt werden, die im Volksmund Schanz heißt und in den amtlichen Katasterplänen als „Wallmauer“ bezeichnet wird. Der Graben hinter der Mauer ist nur noch andeutungsweise vorhanden. Der Ursprung dieser militärischen Grenzbefestigung reicht bis ins 13. Jhd. zurück, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erneuert und verbessert wurde.
Auf dieser Strecke kommen wir auch am Klingenfelsen (820 Meter) vorbei. Namensgeber ist der Minnesänger Walther von Klingen. Er zählte zu den überragenden Persönlichkeiten des 13. Jahrhunderts in der Nordschweiz und im Südschwarzwald und war ein Freund des König Rudolf von Habsburg. Die Aussicht vom Klingenfelsen reicht auf das untere Wehratal und den Dinkelberg. Unterwegs treffen wir auch mehrere Sitzgelegenheiten um die Aussicht zu genießen.
Der Pfad führt uns weiter bis zum Segelflugplatz Hütten. In der Fliegerklause (Ruhetage Montag und Dienstag) empfiehlt es sich einzukehren. (https://www.fliegerklausehütten.de)
Wegbeschreibung Start II
Vom Wanderparkplatz Segelflugplatz Rickenbach-Hütten 886 m wandern wir bis zum Heidenwuhr. Die künstlich angelegten Wuhre gehören seit dem späten Mittelalter zum Landschaftsbild des Hotzenwaldes. Sie schlängeln sich kilometerweit an den Hängen entlang und wurden als Energie-Lieferanten für die Triebwerke im Tal benutzt. Nach überqueren der Kreisstraße (800 m) geht es den Hang hinunter. Als erstes sehen wir die Stellfalle. Mit dieser wird der Wasserzulauf in das Heidenwuhr geregelt. Normalerweise fließen maximal 300 l/sec. in das Wuhr. Insbesondere bei Hochwasser kann hier der Zulauf dezimiert sein, es muss aber immer eine Mindestwasserführung gewährleistet werden, damit die Fische und andere Lebewesen nicht zugrunde gehen. Das Überwasser wird über das Streichwehr in den Seelbach abgeleitet.
Bald treffen wir hier auf eine kleine Sitzbank, die zum Verweilen und Planschen, gerade für Kinder, einlädt.
Danach sehen wir im Damm ein sogenanntes „Auswuhr“ denn neben der gewerblichen Nutzung war die landwirtschaftliche Nutzung zur Wiesenwässerung von großer Bedeutung. Die meisten Auswuhre und Stellfallen wurden im Lauf der Jahre von der Bachgenossenschaft beseitigt, sobald die Wässerungsrechte zurückgekauft waren. Um die Wässerungsrechte gab es immer wieder Streitigkeiten, die von der Obrigkeit, also dem Waldvogt und später durch das Großherzogliche Bezirksamt in sogenannten Schiedsbriefen beigelegt werden mussten. Der älteste bekannte Schiedsbrief stammt von 1457 bzw. dessen Abschrift von 1591. Darin wurden Regelungen getroffen für die Ausleitung des Wassers und zur Unterhaltung des Wuhres. Zur Überwachung wurde ein „Geschworener Knecht“ von der Bachgenossenschaft bestellt.
Der gewaltige über dem Heidenwuhr liegende Felsblock stand vielleicht früher aufrecht daneben oder lag weiter oberhalb am Hang; ein Erdrutsch oder Unterspülung dürfte die Ursache für seine jetzige Lage sein.
Der Notüberlauf wurde geschaffen, da von Hütten her starke Zuflüsse in das Wuhr fließen. Insbesondere nach Starkregen oder Schneeabgang führt dies zu Hochwasser im Wuhr. Dies kann zu einer Gefahr für die unterhalb liegender Grundstücke und Gebäude im Ortsteil Willaringen führen. Um dem vorzubeugen wurde Ende der 1990er Jahre der Notüberlauf gebaut, der das Wasser in die unterhalb liegende Blockhalde abschlägt, welche das ursprüngliche Gewässerbett der Zuflüsse war.
Der Unterhalt der Wuhre ist seit Jahrhunderten sehr aufwendig und liegt in der Verantwortung des Wühreaufseher. Seine wichtigste Aufgabe war schon immer, das Wasser im Wuhr zu halten. Dies geschah in früheren Zeiten durch die Überwachung der Wässerungszeiten sowie bis heute durch das Abdichten des Dammes. Nach starken Regenfällen muss der Wuhraufseher das Wuhr auf Steine und Äste kontrollieren und diese entfernen, damit sich das Wasser nicht aufstauen und den talseitigen Damm überspülen kann. Im Herbst werden die Böschungen gemäht, weil in das Wasser hängende Grasbüschel, Äste oder Zweige sehr schnell vereisen und so das Wuhr zufrieren kann. Auch im Winter, vor allem nach starken Schneefällen, muss das Wuhr kontrolliert werden, damit keine Schneeverwehungen das Wuhr aufstauen und dadurch das Wasser unkontrolliert seinen Weg über die Böschung ins Tal findet und unter Umständen großen Schaden anrichten kann.
Durch Niederschläge und sonstige Einträge (Zuflüsse) werden Sand, Erde und Laub in das Wuhr gespült. Deshalb muss der Sandfang regelmäßig geleert werden. Die beckenartige Erweiterung des Wuhres, die im hinteren Teil bis zu 2m tief ist, dient der Verringerung der Fließgeschwindigkeit. Dadurch entsteht eine drehende Bewegung des Wassers. Feststoffpartikel, die schwerer sind als Wasser, setzen sich ab. Durch regelmäßige Entnahme des Sediments wird das einfache System aufrechterhalten.
Hier verlassen wir das Heidenwuhr und steigen hinauf Richtung Bergalingen. Auf der Anhöhe treffen wir auf die Quellfassung und das Pumpwerk der ehemaligen Wasserversorgung Bergalingen, die gegenwärtig nicht genutzt werden. Wir wandern weiter zum „Eichhörnchen-Platz“ mit Super Aussicht in die Schweiz, im Vordergrund der Schweizer Jura und dahinter bei guter Sicht die Schweizer Alpenkette. Sitzbänke und Tisch wurden gefertigt aus Eichenholz.
Der Alpenpanorama Sitzplatz an der Kreisstraße von Bergalingen nach Hütten wurde in Zusammenarbeit vom Verein Aktiver Hotzenwald, dem Schwarzwaldverein und Gemeinde Rickenbach vom Bauhof errichtet.
Das Kirchgrubenholz, beziehungsweise das umliegende Gelände, hatte schon in der Mittelsteinzeit ca. 5.000 v.Chr. eine Bedeutung. Es war eine Freilandstation, also ein Wohnplatz, saisonal sesshafter Jäger und Sammler, die sich nicht in einer Höhle oder unter einem Felsüberhang befand. Ludwig Stetter konnte in den 1980er Jahren durch Lesefunde auf den umliegenden Äckern unter anderem Klingen, Kratzer, Schaber sowie Stichel finden, die als spezifische Handwerksgeräte der Jäger zum Ritzen, Schneiden und Schaben dienten. Jahrtausende später bis in die Neuzeit wurden im Kirchgrubenholz die Werksteine aus Gelbsandstein zum Bau der Häuser gebrochen. Prominente Beispiele sind dabei der Bau der Pfarrkirche in Rickenbach von 1838 bis 1842 und die Herstellung des in der Nähe stehenden mächtigen Kreuzes von 1823 durch den Steinmetz Fridolin Vogt aus Willaringen.
Am südlichen Bereich des Kirchgrubenholzes steht der Salpeterer-Gedenkstein, der an unsere aufständischen Vorfahren erinnert. Kaiserin Maria-Theresia ordnete zur Befriedung des Hauensteiner Landes an, die 27 Rädelsführer und deren Familien nach Siebenbürgen zu deportieren und ihnen dort die Chance zu geben, eine neue Existenz aufzubauen. Insgesamt wurden am 16. Oktober 1755 112 Personen zunächst auf Leiterwagen nach Günzburg verbracht und von dort mit den „Ulmer Schachteln“ donauabwärts transportiert. Nur 103 kamen lebend dort an. Sie erhielten Land zum Urbarmachen in den Sümpfen des Banates. Eine Redewendung lautete: „Den Ersten der Tod, den Zweiten die Not und den Dritten das Brot.“ Nach dem II. Weltkrieg wurde die Deutschen von den Rumänen wieder vertrieben.
Nachdem wir das idyllische Gelände des Eisenbach mit dem Quellgebiet der Gemeinde Öflingen durchwandert haben, kommen wir zum Dekalog-Platz. Hier finden wir zehn Stationen, welche die „Zehn-Gebote“ aus dem Alten Testament aufgreifen und zum Nachdenken anregen. Mehr als 3 000 Jahre alt sind sie und auch heute noch das Fundament jeder humanen Gesellschaft. Auf diesem Platz sind diese grundlegenden Weisungen kurz und knapp in die heutige Sprache übertragen, in Aluminium gegossen und an zehn heimische Granitfindlinge angebracht worden. Die hier stehende Stechpalme ist mehr als einhundert Jahre alt. Dieser Platz lädt ein zum Meditieren und dabei den wirklichen fundamentalen Fragen unseres Seins nachzugehen.
(Die Beschreibung des südlichen Teils des Hotzenpfades lesen Sie bitte unter Wegbeschreibung Start I).
Koordinaten
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Ausrüstung
Wanderausrüstung mit gutem Schuhwerk, Getränke bitte nicht vergessen. Viele Plätze laden auch zu einer Rast ein wo ein mitgebrachtes Vesper verzehrt werden kann.Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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