Walter Biselli
Auf der 4. Etappe des „Schwarzwald - Jura - Bodensee“-Weges wandern wir von Engen im Hegau nach Singen am Hohentwiel.
Ein Besuch der kleinen Stadt Engen im Hegau lohnt sich allein schon wegen ihrer restaurierten Altstadt, eine der schönsten in Deutschland.
Ihr Hausberg ist der 846 Meter hohe Hohenhewen, einer von zahlreichen Basaltkegeln, welche die Hegaulandschaft prägen. Sie stehen im Blickfeld der heutigen Wanderung. Einen ersten Überblick kann man sich vom Gipfel des Berges aus verschaffen. Von der Aussichtsplattform über den Mauerresten der Burgruine Hohenhewen erstreckt sich das Panorama von der darunterliegenden Stadt über die benachbarten Orte und die Vulkanberge Neuhewen (867 m), Hohenstoffeln (844 m), Mägdeberg (664 m), Hohenkrähen (644 m) und Hohentwiel (686 m). Bei guter Sicht sind Bodensee und Alpen zu sehen.
Nicht nur diese Hegauberge waren einst Stammsitze von Rittern. Mit über 300 ehemaligen Befestigungsanlagen ist der Hegau die burgenreichste Region Deutschlands. Um alle Überreste aus dem Mittelalter zu besichtigen, reicht jedoch ein Tag nicht aus. Die Wanderroute streift daher die genannten Hegauberge nur.
Ein weiteres Highlight am Wegesrand ist die Heiliggrabkapelle von Weiterdingen.
Autorentipp
Zeitig starten um die Hegauberge und die damit verbundene Aussicht auch von oben genießen zu können.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Einkehrmöglichkeiten
Restaurant HegauhausMAC Museum und Restaurant
Sicherheitshinweise
Die Route verläuft auf unkritischen Wegen.
Weitere Infos und Links
Schwarzwaldverein:
Schwarzwaldverein e. V., Schlossbergring 15,
79098 Freiburg
Tel. 0761 / 38 05 30
Email: info@schwarzwaldverein.de
Alle Etappen des Schwarzwald – Jura – Bodensee - Weges auf outdooractive
Tourist – Informationen:
Engen
Tourist-Information Engen
Marktplatz 4
78234 Engen
www.engen.de
Singen
Tourist-Information Singen (Hohentwiel)
Marktpassage, August-Ruf-Straße 13
78224 Singen (Hohentwiel)
Tel. +49 (0) 7731-85 262
Email: tourist-info@singen.de
Wegbeschreibung
Vom Bahnhof Engen aus starten wir nach SW. mit dem Blick auf das erste Zwischenziel, den Hausberg der Stadt. Vom Bahnsteig aus geht es zunächst durch die Unterführung, an der Ampel über die Hegaustraße, nach rechts in die Scheffelstraße und im Linksbogen auf die Hewenstraße. Ein weiterer Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins begleitet uns nach 500 m ab dem Standort „Ludwig-Finckh-Str.“: der „Querweg Freiburg – Bodensee“ mit der rot-weißen Raute ist hier Teil des Europäischen Fernwanderweges E1. Gemeinsam erreichen wir den Engener Ortsteil Anselfingen und steigen am Waldrand entlang 200 m steil hinauf zum „Herrenweg“. Hier könnten wir schon die Tour zum weiteren Aufstieg auf den Gipfel des Hohenhewen unterbrechen, bleiben aber auf der Westseite des Berges und steigen wieder 275 m steil abwärts.
Auf dem „Ludwig-Finckh-Weg“ gehen wir über Welschingen auf den Hohenstoffeln zu. Der Weg ist nach dem Heimatdichter Ludwig-Finckh benannt, der sich 1939 für den Stopp des Basaltabbaus auf dem markanten Hegauberg einsetzte und damit erreichte, dass von den ehemals drei Gipfeln noch zwei erhalten sind. Bis dahin dienten auch die drei Ruinen Hohenstoffeln als Steinbruch.
Zunächst aber biegen wir in Welschingen nach Süden ab und wandern entlang der Fahrstraße nach Weiterdingen zum „Ertenhag“. Auch hier setzten sich Umweltschützer für den Erhalt des ca. 150 Hektar großen Waldgebietes ein, das dem Kiesabbau geopfert werden sollte. Der geänderte Wegverlauf führt jetzt nach rechts durch den Wald, "Am Binninger Ried" steil hinauf durch offene Feldflur und wieder im dichten Wald zur Weggabelung "Ob Wangen", wo der frühere Querweg von Weiterdingen herauf führte. Im weiteren Anstieg umgehen wir „Am Basaltbruch“ den Gipfel des Hohenstoffeln zunächst auf seiner Ostseite zur Weggablung „Eiche“. Von hier aus können wir einen Abstecher zu den beiden aussichtsreichen Gipfeln unternehmen. Danach wandern in östlicher Richtung zur Lochmühle hinab.
Vom Roggensteig aus bietet sich uns vom angenehm absteigenden Wiesenweg ein weiter Blick zum Mägdeberg und Hohentwiel. Auf halber Strecke zur Lochmühle lohnt sich ein kurzer Abstecher nach rechts auf der Hilzinger Straße zur Heiliggrabkapelle. Auf der heutigen Verbindungsstraße zwischen Weiterdingen und Hilzingen verlief zur Römerzeit eine wichtige Handelsstraße. Reisende füllten hier gerne ihre Trinkwasservorräte an der damals noch sprudelnden Quelle im „Kapellenhof“ auf. Im Jahr 1694 stiftete der Freiherr Karl Balthasar von Hornstein (1649-1723) hier eine Kapelle, die auf seinen Wunsch hin Heiliggrabkapelle genannt wurde. Sie ist eine getreue Nachbildung des Heiligen Grabes der Grabeskirche in Jerusalem. Derartige Kopien kamen dem Wunsch vieler Gläubigen entgegen, denen es nicht möglich gewesen wäre, das Jerusalemer Original zu besuchen.
Wiederum müssen wir 150 m aufsteigen und werden dafür mit der Fernsicht vom Hegaukreuz aus belohnt. Von hier sind es noch 9 km bis zum 200 m tiefer liegenden Singen am Hohentwiel. Im Südosten erkennen wir die gut erhaltenen Reste der Burg Mägdeberg auf einem bewaldeten Hügel. Eine nicht markierte Abzweigung führt im Wald links rückwärts zu ihr hinauf. Erst am Waldende informiert eine Tafel über die Historie der Burg.
Am Mägdeberger Hof geht es rechts ab und, zwischen Offerenbühl und Schüsselbühl hindurch, geradeaus zum Hohenkrähen. Die Burg ist Bundessitz der Pfadfinderschaft „Grauer Reiter“. Beim Torbogen zur Vorburg knickt der Wanderweg nach Süden ab, führt bis zum Parkplatz und rechts davon weiter zum Hotel Restaurant Hegauhaus, auf den unscheinbaren „Staufen“ zu. Auch auf diesem Phonolithberg stand einst eine Burg. Ihre spärlichen Mauerreste lohnen jedoch keinen Umweg, der ohnehin nicht markiert ist.
Beim Austritt aus dem Wald sehen wir vor uns schon den Hohentwiel. Dazwischen liegt die Autobahn A81, die zur Erhaltung des Landschaftsbildes auf einer Länge von 700 m unter die Erde verlegt wurde. Auch wenn die Zeit zu einer Besichtigung der Festung Hohentwiel nicht mehr reicht, lohnt sich doch ein Rundgang durch das Informationszentrum bei der Domäne. Dank ihres Kommandanten Konrad Widerholt wurde der Hohentwiel nie eingenommen. Und damit mögliche Belagerer die benachbarten Burgen im Dreißigjährigen Krieg nicht als Basis nutzen konnten, ließ er diese vorsorglich zerstören.
Von der Domäne führt ein schattiger Weg durch den Wald hinab und dann zum ehemaligen Gelände der Landesgartenschau mit Parkplatz und Haltestelle der Regionalbahn „Seehas“.
Engen/Fuchsloch
Engen/Ludwig-Finckh-Str.
Anselfingen
Almenhütte
Almenhütte
Almen
Blick zum Hohenkrähen
Aussichtspunkt Hewenhof
Hohenhewen/Herrenweg
Hohenhewen/Gedenkkreuz
Hohenhewen
Grillplatz
Hohenhewen/Bartellen
Rastplatz
Aussichtspunkt Gefällhof
Aussichtspunkt Welschingen
Entdeckungsweg "Schlacht von Engen 1800"
Lindenstüble
Hinter den Reben
Welschingen
Ertenhag
Am Binninger Ried
Denkmal für Ludwig Finckh
Basaltbruch
Ruine Hohenstoffeln
Am Basaltbruch
Burgruine Vorderstoffeln
Eiche
Ob dem Sennhof
Tiefental
Roggensteig
Roggensteig
Heilig-Grab-Kapelle
Lochmühle
Sickerberg
Hegaukreuz
Hegaukreuz
Mägdeberg
Mägdeberg
Mühlhausen (bei Engen) Bahnhof
Mühlhausen/Haltepunkt
Mühlhausen/Duchtlinger Steige
Unterm Lederbohl
Burgruine Hohenkrähen
Hohenkrähen
Restaurant Hegauhaus
Hegauhaus
Ettenberg
Ruine Staufen
Alte Landesgrenze
Portal Hohentwieler
Singen Infozentrum
Scheffellinde
Hohentwiel/Domäne
Unter der Domäne
Wiederholdweg
Singen/Hotel Widerhold
Parkplatz Landesgartenschau
Singen Bf Landesgartenschau
MAC Museum und Restaurant
Singen (Hohentwiel) Bahnhof
Festungsruine Hohentwiel
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
Die Bahnhöfe von Engen und Singen am Hohentwiel liegen an der Gäubahn (Stuttgart–Singen) und der Schwarzwaldbahn (Offenburg–Konstanz). Als Regionalbahn verbindet der Seehas die Städte Engen und Konstanz.Anfahrt
Anfahrt nach Bahnhofstraße, 78234 Engen,Parken
Parkplätze beim BahnhofKoordinaten
Buchempfehlungen des Autors
Kartenempfehlungen des Autors
Wanderkarte des Schwarzwaldvereins 1:25 000 (Neue Serie): W268 Singen (Hohentwiel) – Hegau, Höri, Engen (März 2021), ISBN 978-3-86398-494-6
Herausgeber: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg
Buchtipps für die Region
Ausrüstung
Feste Wanderschuhe mit gutem Profil - 30% des Weges sind asphaltiert!; evtl. Teleskopstöcke; ausreichende Verpflegung und Getränke für unterwegs
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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