Sirnitz, Pfarrkirche hl. Nikolaus
Sirnitz, Pfarrkirche hl. Nikolaus
Die Pfarre Sirnitz, der Ort wurde erstmals 1157 als St. Nikolaus in den Bergen erwähnt, war Filiale von Altenmarkt oder zumindest von dort abhängig, gehörte also von Anfang an zur jungen Diözese Gurk. Die einstige romanische Kapelle, urkundlich 1179, wurde um 1300 zu einer gotischen Wehrkirche umgebaut und um die Mitte des 18. Jhs., als der alte Turm einstürzte, nochmals erweitert. Gewichtige Strebepfeiler stützen das Kirchengewölbe, sehenswert ist die barocke Einrichtung.
Der Kirchenraum ist 3-schiffig mit frühgotischem Kreuzgratgewölbe und wird von mächtigen Rundpfeilern getragen. Die Kirche besitzt hier einige sehr schöne Freskenfragmente (um 1310): An der südlichen Chorschräge ist Christus als Weltenherrscher in der Mandorla dargestellt. Die Nordwand ist mit der Marienkrönung, darunter mit der Enthauptung Johannes des Täufers und dem Tanz der Salome geschmückt. An der Chorwand westlich davon ist der Tod Mariens wiedergegeben. Das „Weltgerichtsfreskos“ an der Chornordwand aus der zweiten Hälfte des 15. Jhs. wurde 1992 freigelegt. Über dem nördlichen Portal befindet sich die Darstellung eines halbfigurigen Schmerzensmannes mit Maria und Johannes von ca. 1430. Sie wurde aus dem Karner hierher übertragen. Die spätgotischen Apostelbilder wurden ebenfalls im Karner abgenommen und im Langhaus als Tafelbilder aufgehängt.
Das barocke Christophorusfresko an der Südseite der Kirche wurde erst 1993 freigelegt.
Der Hochaltar, ein Opfergangsaltar (1690), zeigt im Mittelfeld die Jungfrau Maria (Maria Immaculata) mit Engeln, flankiert von den hll. Nikolaus und Martin. Der rechte Seitenaltar (Wandaltar 1. V. 18. Jh.) mit der Mittelfigur „Maria in der Glorie“, besitzt seitlich Figuren der hll. Joachim und Anna. Im Zentrum des linken Seitenaltares (Wandaltar E. 17. Jh.) befindet sich eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes.
Im Friedhof steht einer der schönsten Karner Kärntens, die Michaelskapelle, von 1513. Es handelt sich hier um einen 8-eckigen spätgotischen Bau der 2. H. d. 15. Jhs. mit einem kleinen Chor mit 5/8 Schluss und einem schindelgedeckten Zwiebeldach mit Laterne (Mitte 18. Jh.). Innen sind Freskenreste erhalten, vermutlich aus dem 16. Jh.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 879 ff.
Kirchenöffnungszeiten:
Untertags täglich geöffnet, Zugang über das nördliche Seitenportal. Der Kirchenschlüssel ist ansonsten erhältlich bei der Mesnerin Irma Morack/Sirnitz 93/Tel.: 04279/302.
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Sirnitz, Pfarrkirche hl. Nikolaus
9571 Sirnitz
+43 4279 249 http://www.kath-kirche-kaernten.at/sirnitz E-Mail: sirnitz@kath-pfarre-kaernten.at
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