Guttaring, Pfarrkirche hl. Rupert
Die dem hl. Rupert geweihte, spätgotisch erweiterte, romanische Chorturmkirche wurde 1160 erstmals genannt und stammt im Kern aus dem 11. Jh. Zwischen Langhaus und Chor steht ein mächtiger, 6-geschoßiger Turm des 12. Jhs. 1524 wurde er ab dem fünften Geschoss neu aufgemauert und 1886 mit einem neugotischen Spitzhelm versehen. An der Südseite des Turmes ist eine gotische Sakristei, an der Nordseite eine gotische Kapelle angefügt. Flache polygonale Strebepfeiler stützen den Chor. Das spätgotische Südportal mit gekehltem Kielbogen besitzt eine Tür mit spätgotischen Eisenbeschlägen und einem Schlüsselfang. Links davon befindet sich ein Weltgerichtsfresko aus dem ersten Viertel des 16. Jhs. An der nördlichen Außenmauer ist eine römerzeitliche Grabinschrift für C. Iulius eingemauert. An der Südseite findet sich der Aufsatz eines römerzeitlichen Altars sowie ein Pinienzapfen von einem Grabaltar.
Im 4-jochigen Langhaus erhebt sich ein Sternrippengewölbe aus dem 15. Jh. über eingezogenen Strebepfeilern. Die sternunterwölbte, spätgotische Westempore wurde mit einer barocken Brüstung versehen. Das romanische Turmjoch besitzt eine gotische Spitztonne mit Stichkappen. Über dem 1-jochigen, spätgotischen Chor mit einem 5/8 Schluss ruht ein Sternrippengewölbe auf breiten Wandvorlagen mit Runddiensten. Unter dem Chor befindet sich eine Beinkammer. Die Sakristei ist kreuzrippengewölbt, die zweijochige, nördliche Seitenkapelle kreuzgratgewölbt.
Der barocke Hochaltar (um 1720) mit 2-geschoßiger Säulenarchitektur zeigt am Altarblatt den hl. Rupert und im Oberbild die hl. Katharina. Die Statuen im Hauptgeschoß stellen die hll. Paulus, Petrus, Wolfgang und Modestus dar, die im Aufsatz die hll. Donatus, Helena, Barbara und Rochus. Die Bekrönung bildet die Figur des Erzengels Michael.
Die beiden Seitenaltäre entstanden 1769. Der linke Altar zeigt am Altarblatt eine Mondsichelmadonna und trägt seitlich die Statuen des heiligen Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde. Das Bild des rechten Altars stellt den hl. Florian dar, die seitlichen Heiligenstatuen haben keine Attribute.
Der um 1760 gebaute Altar in der nördlichen Seitenkapelle trägt ein von Eustachius Gabriel gemaltes Bild der Kreuzigung Christi und eine Schnitzgruppe der Beweinung Christi mit Engeln und trauernden Frauen. Die Kanzel (1760) stand ursprünglich in der Kirche St. Anna bei Reifnitz. Zur weiteren Ausstattung der Kirche zählt ein barocker Taufstein, um 1760 entstandene, barocke Konsolfiguren der hll. Stephanus, Anna, Rupert, Valentin, König Stephan, Isidor, Notburga, Franz Xaver und Johannes Nepomuk.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 270 f.
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