Filialkirche St. Leonhard im Bade
Benesirnitz, Filialkirche St. Leonhard im Bade
Der Weiler Benesirnitz wird auch St. Leonhard im Bade genannt, da es hier auf 1.100 m Seehöhe einst ein Heilbad gab, das dem Sommeraufenthalt des Gurker Domkapitels diente. „Bene“ kommt vermutlich daher, weil die Kirche dem hl. Leonhard „beim guten Wasser“ geweiht ist.
Bei der Filialkirche hl. Leonhard handelt es sich um einen wuchtigen gotischen Bau, der erstmals 1213 erwähnt und 1350 als Filialkirche „zu St. Leonhard beim guten Wasser“ benannt wurde. Mitte des 18. Jhs. diente sie als Missionsstation zur Bekehrung der Protestanten (1792 wieder aufgehoben). 1808 kam es zu einem Brand und nachfolgender Wiederherstellung der Kirche.
Die Einrichtung des Gotteshauses ist von hoher Qualität, darunter der Hochaltar (18. Jh.) mit dem hl. Leonhard im Zentrum, flankiert von den hll. Christophorus und Johannes d. Täufer und eine Kanzel (18. Jh.), letztere Johann Pacher zugeschrieben. Der mit 1636 bezeichnete Tabernakel stammt von einem älteren Altar.
Weiters besitzt die Kirche einen Andreasaltar (Wandaltar) aus der Mitte d. 17. Jhs., welcher erst 1995 nach einer Restaurierung wieder aufgestellt wurde. Das Altarblatt zeigt den Apostel Andreas und eine Szene seines Martyriums im Hintergrund. Am Sockelbild ist Christus und die Samariterin am Brunnen dargestellt, im Aufsatzbild der heilige Leonhard.
Der linke Seitenaltar ist ein 1736 entstandenes Werk von Benedict Pläß. Der Wandaltar zeigt mit einer szenischen Skulptur das Pfingstfest. Rechts ist die Statue des hl. Wolfgang aufgestellt, die linke Figur fehlt. Das Aufsatzbild zeigt den triumphierenden Christus.
Der rechte Seitenaltar wurde ebenfalls 1736 von Benedikt Pläß gefertigt. Als Gegenstück zum linken Seitenaltar war hier eine szenische Skulptur der Verkündigung aufgestellt, die heute in Verwahrung ist.
Ein Butzenfenster an der Südseite des Langhauses aus der Mitte des 15. Jhs. stellt den heiligen Leonhard dar.
Zur Geschichte:
Die Kirche, die alten Unterkunftshäuser (2007 abgerissen) und das Badehaus bildeten in St. Leonhard viele Jahrzehnte hindurch das reizvolle Ensemble eines kleinen, einsamen Alpenbades, das auch von kulturhistorischer Bedeutung war. Einst weilten so bekannte Männer wie Thomas Koschat, der Komponist zahlreicher Kärntner Lieder, und Ottokar Kernstock, der steirische Dichter und Priester, in St. Leonhard. Von Letzterem stammt das Wort: “Wenn dir die Welt zum Ekel war mit ihrem Lügenwesen, dann mach dich eilig auf die Fahrt und trink beim Quell von Leonhard Vergessen und Genesen!“
Die Leonhardquelle, die direkt unter der Kirche entspringt, ist magnesium- und kalziumhältig. Ihr wird große Heilwirkung nachgesagt.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 49 f.
Kirchenöffnungszeiten:
Die Kirche ist versperrt. Der Schlüssel ist im Pfarrhof Sirnitz erhältlich/Tel.: 04279/249 sowie bei der Mesnerin Irma Morack/Tel.: 04279/302.
Koordinaten
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Filialkirche St. Leonhard im Bade
9571 Sirnitz
+43 (0)4279/249 oder +43 (0)676/8772-8163 http://www.kath-kirche-kaernten.at/sirnitz E-Mail: sirnitz@kath-pfarre-kaernten.at
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