Benannt ist die Kirche nach St. Ägidius, einem aus Athen stammenden Einsiedler, der der Legende nach um 680 n. Chr. die Benediktinerabtei St. Gilles in Südfrankreich gründete. Er gilt als einer der Vierzehn Nothelfer, sein Gedenktag ist der 1. September. Am Nordeingang der Kirche erinnern vier Stelen an den Schutzpatron.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgestaltet. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgte im 18. Jahrhundert eine grundlegende Erneuerung: Chor und Schiff erhielten eine Holzfelderdecke, barocke Fenster, Emporen und eine Kanzel. Auch der noch heute erhaltene Taufstein von 1793 stammt aus dieser Zeit. 1830 bekam der Turm einen neuen Helm, und 1930 folgte eine große Renovierung mit Erweiterung der Westseite, neuem Altar aus Maulbronner Sandstein und modernisiertem Gestühl.
Besonders wertvoll ist das Kruzifix von 1682, eine Stiftung des Daniel Hack, das an der Nordwand seinen Platz hat. Zu den jüngeren Sanierungen zählen die Außenrenovierung von 2003 und die Dachstuhlerneuerung 2019.
Heute verbindet die Ägidiuskirche auf eindrucksvolle Weise romanische Ursprünge, gotische Formen und barocke Elemente – ein Ort des Glaubens, der Geschichte und der Gemeinschaft.
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