Die Bärenhöhle fasziniert nicht nur durch ihre Tropfsteingebilde, sondern auch durch die hier gefundenen Skelette von eiszeitlichen Höhlenbären.
Die Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb ist geprägt von Tropfsteinen und Sinterbecken, Höhlenbären und Fledermäusen. Höhlenbären? Heute sind diese gefährlichen Jäger ausgestorben. Aber ihre Existenz in der "Unterwelt" der Schwäbischen Alb lässt sich anhand eindeutiger Knochenfunde nachweisen. Die Bärenhöhle war aber auch eine Wohnstätte anderer Raubtiere, wie etwa Hyänen oder Wölfe. Schließlich fanden sogar Menschen in der Bärenhöhle Zuflucht. Ausgrabungen bezeugen, dass sie hier ihre Toten bestatteten. Entstanden ist die Bärenhöhle aus einer kleinen Felsspalte, die über Jahrmillionen vom Wasser ausgespült wurde. Als der Fluss schließlich versickerte, begannen die riesigen Tropfsteine zu wachsen, die wir noch heute bestaunen können.
Entdeckt wurde die Höhle von einem Schullehrer aus Erpfingen, der im Sommer 1834 in der Gegend Kräuter sammelte. Er beobachtete, wie zunächst einige Steinchen in der Felsspalte verschwanden, beim näheren Hinsehen rutschte ihm dann seine Tabakdose aus der Tasche und verschwand ebenfalls in der Tiefe. Am darauffolgenden Tag kehrte er mit Freunden zu jener Stelle zurück und betrat die Höhle – eine Vorkammer der heutigen Bärenhöhle – zum ersten Mal.
In dieser Zeit gingen wohl die meisten Fundstücke verloren, denn viele Besucher nahmen sich Knochenfragmente als Andenken mit. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts gelang es mehreren Erpfinger Bürgern, die Fortsetzung der ersten Höhlenkammer zu erreichen. Dort fanden sie zahlreiche Bären- und Menschenskelette. Eine Plünderung der Höhle konnte weitestgehend verhindert werden, da die Begehungsrechte sogleich an wissenschaftliche Institute übertragen wurden.
Neben den eiszeitlichen Skeletten wurden auch Werkzeuge, zum Beispiel Steinklingen, entdeckt. Aus der römischen Besatzungszeit sind Teile von Keramikgefäßen erhalten, daneben fand man einen Elfenbeinkamm und einen Schwertknauf aus dem Mittelalter. Sogar neuzeitliche Funde wurden ausgegraben: auf einem Schutthaufen liegen bis zu 50 Menschenskelette – wahrscheinlich Opfer einer Pestepidemie zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges.
Nachdem die Höhle in ihrer Geschichte als Unterschlupf, Behausung, Sterbestätte und Kinderstube, als Bestattungsplatz und Müllhalde, schließlich als Massengrab gedient hat, erfreut sie heute als Schauhöhle mit ihren Sehenswürdigkeiten Besucher aus aller Welt. Die Höhle kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Öffnungszeiten
März bis November: Täglich 09:00 bis 17:30 UhrPreise:
Erwachsene 4,50 EUR
Kinder von 6 - 14 Jahre 2,50 EUR
Familienkarte 10,00 EUR
Öffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Zug zum Bahnhof Reutlingen, weiter mir dem Bus Linie 555 zur BärenhöhleSuche Fahrplan zum Zielort
Anfahrt
- Von Stuttgart kommend auf der B312/313 über Reutlingen nach Pfullingen auf der Landstraße weiter nach Sonnenbühl, dann den Hinweisschildern "Bärenhöhle" folgen
- Von München kommend auf der A8 nach Ulm, weiter über Blaustein, Blaubeuren und Münsingen nach Engstingen, dann den Hinweisschildern "Bärenhöhle" folgen
- Vom Bodensee kommend auf der B313 über Sigmaringen , Gammertingen und Trochtelfingen nach Erpfingen, dann den Hinweisschildern "Bärenhöhle" folgen
Parken
Parkplatz an der BärenhöhleKoordinaten
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Bärenhöhle
72820 Sonnenbühl-Erpfingen
+49 7128 635 http://hoehlen.sonnenbuehl.de/ E-Mail: info@sonnenbuehl.de
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