Ankerpunkt 26 der Via Romantika (Historische Städte)
Wo Bewunderung herrscht, schwingt auch meistens etwas Neid mit: Zu Zeiten des Sechsstädtebundes, der den wichtigsten Orten der Oberlausitz im 14. Jahrhundert Wohlstand und Sicherheit gebracht hatte, wurde Zittau „die Reiche“ genannt. Als die Stadt in der Mitte des 18. Jahrhunderts von österreichischen Truppen in Schutt und Asche gelegt wurde, war die Empörung auch über Deutschlands Grenzen hinaus groß. Im Zuge des Wiederaufbaus erhielt die Stadt jedoch ein von klassizistischen Gebäuden geprägtes Erscheinungsbild, was sie Sachsen einmalig macht. Sehenswert sind insbesondere das Rathaus, das an einen italienischen Palast erinnert und die Johanniskirche nach einem Entwurf des großen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Der größten Schätze der Stadt sind aber die beiden, in Deutschland einzigartigen Fastentücher, mit denen früher in der Fastenzeit die Altäre zugehangen wurden. Zittau liegt im Dreiländereck mit Polen und Tschechien, so dass es ganz einfach ist, Sachsens Nachbarländer zu besuchen. An der südlichen Stadtgrenze beginnt der Anstieg ins Zittauer Gebirge, in das auch täglich eine mit Dampf betriebene Schmalspurbahn fährt. So ist ein Besuch in Zittau immer reich an Erlebnissen.
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