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Lawinenlage

Wer im winterlichen Hochgebirge eine Tour plant, kommt am offiziellen Lawinenlagebericht nicht vorbei. Damit die dort enthaltenen Informationen einfach in die Planung einbezogen werden können, haben wir zentrale Inhalte direkt in der Karte visualisiert.

Was zeigt der Layer?

Lawinenlagebericht

Basis des Lawinenlagelayers sind die tagesaktuellen Lawinenlageberichte der Lawinenwarndienste. Diese offiziellen Berichte sind als Text für alle verfügbaren Lawinenregionen eingebunden. Zusätzlich haben wir Kernelemente aus dem Bericht grafisch in unsere Karte integriert. So kannst du einen Großteil der heute im Gelände relevanten Bereiche mit nur einem Klick sofort in der Karte identifizieren.

Gefahrenstufe

Gefahrenstufe
Für jede Lawinenregion rufen die Lawinenwarndienste mindestens eine Gefahrenstufe aus:
  • Warnstufe 1 – grün – geringe Lawinengefahr
  • Warnstufe 2 – gelb – mäßige Lawinengefahr
  • Warnstufe 3 – orange – erhebliche Lawinengefahr
  • Warnstufe 4 – hellrot – große Lawinengefahr
  • Warnstufe 5 – dunkelrot – sehr große Lawinengefahr
  • Keine Bewertung - schwarz/weiß

Zusätzlich kann es eine Veränderung der Gefahrenstufe(n) im Tagesverlauf geben, wenn die Wetterverhältnisse einer großen tageszeitlichen Dynamik unterliegen. Meist ist das mit einem Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf verbunden:

  • Starker Niederschlag (Schnee oder Regen), der erst im Tagesverlauf einsetzt
  • Starker Wind, der erst im Tagesverlauf einsetzt
  • Starke Sonneneinstrahlung ab der Mittagszeit (Frühjahrsituation)

In diesen Fällen wird in der Karte nur die frühere Warnstufe auf der Karte angezeigt, da Touren bei diesen Verhältnissen typischerweise nur am Vormittag durchgeführt werden sollten.

Lawinenprobleme

Lawinenprobleme
Noch wichtiger als die stark vereinfachte Gefahrenstufe sind die vorherrschenden Lawinenprobleme.

Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Lawinenprobleme inkl. konkreter Handlungsempfehlungen für die Tourenplanung und -durchführung ist im Layer für jedes Problem hinterlegt.

Kernzone

Die Bereiche, in denen ein Lawinenproblem besonders stark ausgeprägt ist, werden Kernzone genannt. Diese Zone gilt im angegeben Höhenbereich und dort v.a. in der markierten Hangausrichtung.

Wie wird der Layer zur Tourenplanung verwendet?

Aktivierst du – in einem Bericht oder regionsübergreifend – ein Lawinenproblem, werden alle Bereiche markiert, die laut Lawinenlagebericht heute von diesem Problem besonders stark betroffen sind.
  • In den Gefahrenstufen 1-3 ist das Steilgelände (>30°) innerhalb der Kernzone. Diese Mindestneigung ist physikalisch nötig, damit es überhaupt zu einer Lawine kommen kann.
  • Bei Gefahrenstufe 4 und 5 werden alle Bereiche innerhalb der gemeldeten Kernzone markiert – unabhängig von der Hangneigung. Hintergrund: Gefahrenstufe 4 wird in der Regel nur an wenigen Tagen in einem Winter vergeben, da hier eine für Wintersportler extrem gefährliche Kombination vorliegen muss, die in dieser Ausprägung nur selten vorkommt. Spontanlawinen sind hier typisch und können dabei sehr groß werden, weshalb auch flache, weit entfernte Bereiche gefährdet sein können. Nur absolute Experten sollten hier eine Tour abseits gesicherter Pisten in Erwägung ziehen. Die Tourenauswahl ist in dieser Gefahrenstufe sehr eingeschränkt, da nicht nur Einzelhänge, sondern die ganze Geländekammer als potenzieller Einzugsbereich von Spontanlawinen berücksichtigt werden muss. Selbst sehr erfahrene Tourengeher beschränken sich auf ihnen bestens bekanntes, meist voralpines Gelände. Faustregel: Wer die geplante Tour inkl. großräumiger Einzugs- und Auslaufbereiche sowie Geländefallen nicht bereits sehr gut kennt, sollte bei Gefahrenstufe 4 auf eine Tour im ungesicherten Gelände verzichten - das gilt auch für pistennahes Freeride-Gelände!
  • Gefahrenstufe 5 ist so selten, dass sie nicht einmal jeden Winter ausgerufen wird. Hier müssen Verkehswege gesperrt und Katastrophenschutzmaßnahmen von den Behörden durchgeführt werden. An Wintersport ist in betroffenen Regionen nicht mehr zu denken - auch nicht für Experten! 

ACHTUNG: Der Fokus dieses Layers liegt auf der Vermeidung von Schneebrettlawinen, die von Wintersportlern selbst ausgelöst werden können. Statistisch entfallen über 90% der Lawinenunfälle auf diese Kategorie. Die Einzugs- und Auslaufbereiche von Lawinen sind NICHT Teil des Layers. Auch Spontanlawinen und Fernauslösungen werden bei der Darstellung außer Acht gelassen, müssen aber je nach Lawinensituation ebenfalls in deiner Planung berücksichtigt werden!


Was heißt das für meine Tourenplanung konkret?


Was ist der Unterschied zum ATHM-Layer und benötige ich dann den Hangneigungslayer überhaupt noch?

Warum muss ich den offiziellen Bericht dennoch lesen?

In der Karte können neben den Gefahrenstufen nur die Kernzonen der im Bericht genannten Lawinenprobleme grafisch abgebildet werden (Höhenzone + Hangausrichtung + ausgewählte Hangneigungen).

Im Layer werden nicht visualisiert:

  • Zu erwartende Lawinengröße
  • Anzahl der Gefahrenstellen
  • Zur Lawinenauslösung benötigte Zusatzlast
  • Gefährdete Geländeformen außerhalb der Kernzone (z.B. eingewehte Rinnen und Mulden bei Triebschnee)
  • Einzugsbereiche und Auslaufbereiche von Lawinen

Diese Informationen sind ausschließlich im Text des Lawinenlageberichts zu finden und müssen bei der Tourenplanung ebenfalls berücksichtigt werden!


Abdeckung

Die Daten sind tagesaktuell und stammen von den offiziellen Lawinenwarndiensten:
  • Lawinenwarndienst Bayern (DE)
  • WSL - Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF (CH)
  • Landeswarnzentrale Vorarlberg (AT)
  • Lawinenwarndienst Salzburg (AT)
  • Lawinenwarndienst Oberösterreich (AT)
  • Lawinenwarndienst Niederösterreich (AT)
  • Lawinenwarndienst Steiermark (AT)
  • Lawinenwarndienst Kärnten (AT)
  • Albina (AT / IT)
  • Aineva (IT)
  • Centre de Lauegi d`Aran (ES)
  • NVE / Varsom (NO)
  • Arso (SI)
  • Avalanche Warning Service Slovakia (SK)
  • Scottish Avalanche Information Service (UK)
  • Avalanche Information Sweden (SE)
  • Avalanche Warning Service Czech Republik (CZ)
  • Icelandic Met Office (IS)
  • Meteo France (FR)
  • U.S. Avalanche Centers (US)
  • Avalanche Canada (CA)
  • NZ Avalanche Advisory by Mountain Saftey Council (NZ)
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