
Lawinenlage
Was zeigt der Layer?
Lawinenlagebericht
Gefahrenstufe
- Warnstufe 1 – grün – geringe Lawinengefahr
- Warnstufe 2 – gelb – mäßige Lawinengefahr
- Warnstufe 3 – orange – erhebliche Lawinengefahr
- Warnstufe 4 – hellrot – große Lawinengefahr
- Warnstufe 5 – dunkelrot – sehr große Lawinengefahr
- Keine Bewertung - schwarz/weiß
Zusätzlich kann es eine Veränderung der Gefahrenstufe(n) im Tagesverlauf geben, wenn die Wetterverhältnisse einer großen tageszeitlichen Dynamik unterliegen. Meist ist das mit einem Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf verbunden:
- Starker Niederschlag (Schnee oder Regen), der erst im Tagesverlauf einsetzt
- Starker Wind, der erst im Tagesverlauf einsetzt
- Starke Sonneneinstrahlung ab der Mittagszeit (Frühjahrsituation)
In diesen Fällen wird in der Karte nur die frühere Warnstufe auf der Karte angezeigt, da Touren bei diesen Verhältnissen typischerweise nur am Vormittag durchgeführt werden sollten.
Lawinenprobleme
Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Lawinenprobleme inkl. konkreter Handlungsempfehlungen für die Tourenplanung und -durchführung ist im Layer für jedes Problem hinterlegt.
Kernzone
Wie wird der Layer zur Tourenplanung verwendet?
Gefahrenstufe in der Planung
Zoomst du weiter in die Karte, lässt sich der offizielle Lawinenlagebericht einer Region durch Klicken auf das Icon öffnen.
- In den Gefahrenstufen 1-3 ist das Steilgelände (>30°) innerhalb der Kernzone. Diese Mindestneigung ist physikalisch nötig, damit es überhaupt zu einer Lawine kommen kann.
- Bei Gefahrenstufe 4 und 5 werden alle Bereiche innerhalb der gemeldeten Kernzone markiert – unabhängig von der Hangneigung. Hintergrund: Gefahrenstufe 4 wird in der Regel nur an wenigen Tagen in einem Winter vergeben, da hier eine für Wintersportler extrem gefährliche Kombination vorliegen muss, die in dieser Ausprägung nur selten vorkommt. Spontanlawinen sind hier typisch und können dabei sehr groß werden, weshalb auch flache, weit entfernte Bereiche gefährdet sein können. Nur absolute Experten sollten hier eine Tour abseits gesicherter Pisten in Erwägung ziehen. Die Tourenauswahl ist in dieser Gefahrenstufe sehr eingeschränkt, da nicht nur Einzelhänge, sondern die ganze Geländekammer als potenzieller Einzugsbereich von Spontanlawinen berücksichtigt werden muss. Selbst sehr erfahrene Tourengeher beschränken sich auf ihnen bestens bekanntes, meist voralpines Gelände. Faustregel: Wer die geplante Tour inkl. großräumiger Einzugs- und Auslaufbereiche sowie Geländefallen nicht bereits sehr gut kennt, sollte bei Gefahrenstufe 4 auf eine Tour im ungesicherten Gelände verzichten - das gilt auch für pistennahes Freeride-Gelände!
- Gefahrenstufe 5 ist so selten, dass sie nicht einmal jeden Winter ausgerufen wird. Hier müssen Verkehswege gesperrt und Katastrophenschutzmaßnahmen von den Behörden durchgeführt werden. An Wintersport ist in betroffenen Regionen nicht mehr zu denken - auch nicht für Experten!
ACHTUNG: Der Fokus dieses Layers liegt auf der Vermeidung von Schneebrettlawinen, die von Wintersportlern selbst ausgelöst werden können. Statistisch entfallen über 90% der Lawinenunfälle auf diese Kategorie. Die Einzugs- und Auslaufbereiche von Lawinen sind NICHT Teil des Layers. Auch Spontanlawinen und Fernauslösungen werden bei der Darstellung außer Acht gelassen, müssen aber je nach Lawinensituation ebenfalls in deiner Planung berücksichtigt werden!
Was heißt das für meine Tourenplanung konkret?
Zusätzlich zu den markierten Zonen sollten auch die Hangbereiche, sowie Rinnen und Mulden unterhalb der farbigen Flächen gemieden bzw. gesondert beurteilt werden, wenn:
- Gefahrenstufe 3 oder größer vorliegt: Hier sind Spontanlawinen möglich, die je nach Lawinengröße und Geländeform auch unterhalb verlaufende Routen erreichen können
- Das Lawinenproblem Gleitschnee vorliegt: Gleitschneelawinen sind grundsätzlich Spontanlawinen
- Das Lawinenproblem Nassschnee vorliegt: Hier sind Spontanlawinen typisch
- Die Lawinenprobleme Neuschnee oder Altschnee vorliegen: Hier sind Fernauslösungen auch aus deutlich flacheren Hangbereichen möglich
Zusätzliche Tools wie unser Hangneigungs- und ATHM-Layer unterstützen dich dabei, sowohl während der Planung, als auch im Gelände eine faktenbasierte und eigenverantwortliche Entscheidung treffen zu können.
Was ist der Unterschied zum ATHM-Layer und benötige ich dann den Hangneigungslayer überhaupt noch?
Vereinfacht gesagt:
Der ATHM-Layer zeigt dir, in welchem Gelände grundsätzlich Lawinen ausgelöst werden können.
Der Lawinenlagelayer zeigt dir, in welchen Bereichen heute eine Lawinenauslösung besonders wahrscheinlich ist.
Auch der Hangneigungslayer bleibt bei der winterlichen Tourenplanung im Hochgebirge weiterhin unverzichtbar. So gibt es neben der Lawinengefahr auch noch weitere kritische Situation, auf die im Lawinenlagebericht teilweise auch hingewiesen wird, die im Lawinenlagelayer aber nicht visualisiert werden können. Ist die Schneeoberfläche bspw. vereist, herrscht im Steilgelände akute Absturzgefahr. Die relevanten Zonen lassen sich nur mit dem Hangneigungslayer identifizieren. So kann die dann nötige Ausrüstung (Harscheisen, evtl. sogar Steigeisen und Pickel) rechtzeitig angelegt werden.
Warum muss ich den offiziellen Bericht dennoch lesen?
Im Layer werden nicht visualisiert:
- Zu erwartende Lawinengröße
- Anzahl der Gefahrenstellen
- Zur Lawinenauslösung benötigte Zusatzlast
- Gefährdete Geländeformen außerhalb der Kernzone (z.B. eingewehte Rinnen und Mulden bei Triebschnee)
- Einzugsbereiche und Auslaufbereiche von Lawinen
Diese Informationen sind ausschließlich im Text des Lawinenlageberichts zu finden und müssen bei der Tourenplanung ebenfalls berücksichtigt werden!
Abdeckung
- Lawinenwarndienst Bayern (DE)
- WSL - Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF (CH)
- Landeswarnzentrale Vorarlberg (AT)
- Lawinenwarndienst Salzburg (AT)
- Lawinenwarndienst Oberösterreich (AT)
- Lawinenwarndienst Niederösterreich (AT)
- Lawinenwarndienst Steiermark (AT)
- Lawinenwarndienst Kärnten (AT)
- Albina (AT / IT)
- Aineva (IT)
- Centre de Lauegi d`Aran (ES)
- NVE / Varsom (NO)
- Arso (SI)
- Avalanche Warning Service Slovakia (SK)
- Scottish Avalanche Information Service (UK)
- Avalanche Information Sweden (SE)
- Avalanche Warning Service Czech Republik (CZ)
- Icelandic Met Office (IS)
- Meteo France (FR)
- U.S. Avalanche Centers (US)
- Avalanche Canada (CA)
- NZ Avalanche Advisory by Mountain Saftey Council (NZ)
