Ni1 - Schafsweg
Haben Sie vielleicht beim Parken am Rathaus schon das Gemeindewappen mit einem Schaf über der Rathaustür gesehen?
Man kann sich gut vorstellen, dass im Mittelalter die Schafhaltung auch in dieser Landschaft ein wichtiger Zweig der Landwirtschaft war. Aber solch eine Tätigkeit des „niederen“ Volkes war eigentlich nicht der Erwähnung wert und schon kaum wappentauglich! So gibt es auch eine Vermutung für die standesgemäße Ehrung dieses Tiers mit einem Platz im Wappen von Niederneisen. Karl der Große schenkte der Eifeler Abtei Prüm im Jahre 790 einige Ländereien, darunter auch diese im relativ fernen Taunus und aus diesem Grund gelangte vermutlich das Abtei-Wappen mit einem Schaf hierhin. Auf den Heiligenschein des Prümer Schafs konnte man im Aartal verzichten! Hier sah man das Schaf pragmatisch als Milch-, Fleisch- und Wolllieferant und weniger als Lamm Gottes. Auf Ihrer Rundwanderung werden Sie wohl keine Schafe sehen, dafür aber Kühe, Pferde, Ziegen, weiße Esel und vielleicht auch Tiere oder mindestens ihre Spuren in der freien Wildbahn.
Conselho do autor
In der Straße "Grundweg" finden Sie einen Kinderspielplatz
Nível combinado de dificuldade técnica (se especificada) e esforço.
Tipos de caminhos
Dicas e sugestões
Austraße 4
65623 Hahnstätten
Tel: 06486/9179-141
Internet: www.lahn-taunus.de oder www.vg-aar-einrich.de
Für den Schafsvergleich: Schaf des Abteiwappens
Itinerário
Durch eine kurze Birkenallee gelangen Sie ins offene Haselbachtal – je nach Wasserstand begleitet vom Plätschern des Bächleins. Auf der Höhe des Waldanfangs auf der anderen Talseite durchquert man den Talgrund und wandert leicht ansteigend rechts in den Buchen- und Eichenwald hinein.
Auch hier heimisch: der Buchenwald
Die Buche ist von Natur aus der flächenmäßig bedeutendste Laubbaum in Mitteleuropa. So zieht sich eine Zone mit zahlreichen großen Buchenwaldvorkommen von Belgien bis in den Osten Europas und steht sogar als Weltnaturerbe der UNESCO regional unter besonderem Schutz
Auch im Taunus ist dieser Baum heimisch. Dabei kann er sich gut mit unterschiedlichen Bodenbedingungen arrangieren. Das dichte Laub seiner Kronen wirft meist viel Schatten auf den Boden, so dass sich eine Krautschicht und Unterholz oft nur schwach ausbilden können. Das schafft recht gute Bedingungen für eine natürliche Verjüngung des Buchenbestands: An zahlreichen Stellen auf den verschiedenen Wanderungen bei Niederneisen sieht man Stellen, auf denen sich junge Buchen ohne das Eingreifen des Menschen prächtig entwickeln – wenn genügend Sonne bis zum Boden durchkommt.
Der Wanderweg steigt weiter an, von links kommt schließlich der Rehweg (Ni 4) hinzu und bis zur nächsten Abzweigung geht man auf diesen beiden Routen. An der T-Kreuzung hält man die Richtung geradeaus, läuft zunächst einmal über roten Schotter hoch und steigt weiter bergauf. An der nächsten T-Kreuzung biegen Sie nach links ab und stoßen an der folgenden Abzweigung auf eine Schutzhütte. Hier geht es für Sie rechts endlich einmal auf einer Höhe bleibend weiter. An der nächsten Weggabelung nimmt man den rechten Weg abwärts. Wenn Sie in der richtigen Zeit unterwegs sind, können Sie sich in diesem Waldbereich an vielen Brombeersträuchern mit frischen Vitaminen stärken! Über mehrere Kreuzungen des Waldwegs hinweg hält man im Prinzip die Richtung geradeaus bei.
Auf der linken Seite kommt schließlich eine Jägerhütte, an der sich einmal ein Blick aus dem Wald hinaus in die Ferne ergibt. In direkter Nachbarschaft der privaten Hütte führt ein kurzer Weg rechts in einen aufgelassenen Steinbruch, der in den 325 m hohen Karlskopf getrieben wurde. An diesem düsteren und zugewachsenen Platz bekommt man inzwischen keinen anschaulichen Einblick in die Geologie der Region mehr – schönere Steinbrüche sieht man am Fuchsweg (Ni 2) und Rehweg (Ni 4)!
Rheinisches Schiefergebirge
Der Taunus wie nördlich der Lahn der Westerwald und im Linksrheinischen der Hunsrück und die Eifel gehören ebenfalls zum Rheinischen Schiefergebirge. In diesem Mittelgebirge gibt es verschiedene Gesteinsvorkommen, die abgebaut werden – natürlich auch der Schiefer. Das Rathaus von Niederneisen wurde aus Bruchsteinen gebaut. Aus dem spröden, fein geschieferten Gestein lassen sich keine „genormten“ Blöcke heraushauen, darum gibt es das typische unregelmäßige Bild bei solchem Mauerwerk. Dünne dunkelgraue Schieferplatten lassen sich dagegen in Form schneiden und werden traditionell zum Decken von Dächern oder auch zum Verkleiden der Wetterseiten an Fachwerkhäusern verwendet.
Weiter verliert der Schafsweg an Höhe, Sie halten sich immer geradeaus bis Sie auf eine große Waldkreuzung stoßen, an der alle vier Niederneisener Wanderwege zusammentreffen. Für Wanderer auf dem Schafsweg heißt es an dieser Stelle nach links abbiegen! Man sieht schon den nahen Waldrand und über die offene Höhe beginnt der gemeinsame Endspurt für die vier markierten Wege. Wenn man nach rechts hinunterschaut, blickt man ins Haselbachtal, durch das Sie am Anfang gewandert sind.
Vor Ihnen wartet noch ein kleines letztes Waldstück mit merkwürdigen Bäumen an seinem Rand. Kennen Sie diese Bäume, vor allem die kleinen Sträucher, die in luftiger Höhe in ihnen wachsen?
Misteln
Diese Ministräucher in den großen Pappeln sind Misteln – nicht zu verwechseln mit Mispeln! Die Misteln sind Schmarotzerpflanzen. Durch Vögel, die ihre weißen Beeren fressen, werden die darin steckenden klebrigen Samen weitergetragen, entweder indem die am Schnabel klebenden Samen gleich wieder an einem Ast abgestreift werden oder mit dem Vogelkot, der im Astwerk Halt findet. Aus der klebrigen Masse stellte man in der Antike Leim her, Teile der Mistel wurden seit dieser Zeit durch die Jahrhunderte hindurch auch für medizinische Zwecke genutzt.
Nach diesem kleinen Waldstück bieten sich beim weiteren Abstieg nach Niederneisen nach Norden, Osten und Süden weite Fernblicke über das Land. Nach Norden (zur Linken) schaut man vor allem nach Diez und in den Westerwald hinein und geradeaus auf den Mensfelder Kopf mit einem roten Steinbruch am südlichen Hang. Weiter Richtung Süden sieht man die markante Rundkirche von Oberneisen, die sich auf einem Hügel über dem Aartal erhebt.
Weiter geht es abwärts, schließlich wird der Feldweg zur Schönborner Straße, die auf die Aarstraße (B 54) führt. Sie halten sich kurz rechts und biegen dann in die Bachstraße oder in die Rathausstraße ein und gelangen so bald wieder zum Ausgangspunkt der Tour am Rathaus.
Transportes públicos
Acessível por transporte público
Buslinie 570, RegioBus: Michelbach - Hahnstätten -Oberneisen - Diez - Limburg
Obter os horários para o destino
De carro
über B54. in der Ortsmitte links bzw. rechts abbiegen in Bachstraße und nach ca. 70m rechts abbiegen in die Rathausstraße
Estacionamento
Parkplätze befinden sich am Ortsgemeinde Rathaus, Rathausstraße 5, 65629 Niederneisen und in der Ortslage
Coordenadas
Livro recomendado pelo autor
Textliche Gestaltung des Eintrages: Wanderbuch-Autorin Dr. Gabriele M. Knoll, Wachtendonk
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