Das Geraer Rathaus liegt als verwinkelter Komplex zwischen dem Markt und Kornmarkt. Schon 1254 soll die damals noch kleine Stadt ein Rathaus gehabt haben. Erste urkundliche Aufzeichnungen sind allerdings erst ab 1425 vorhanden. Das damalige Gebäude wurde schon bald im Sächsischen Bruderkrieg 1450 zerstört. Jedoch bauten die Einwohner den Sitz der Stadtverwaltung innerhalb von 37 Jahren wieder auf. 1487 bekam Gera sein Stadtrecht.
Das heutige Rathaus im Renaissancestil wurde innerhalb von nur 2 Jahren von 1573 bis 1575 erbaut. Es weist starke Ähnlichkeiten zum Altenburger Rathaus auf. Deshalb gehen Historiker davon aus, dass der gleiche Baumeister namens Nicol Gromann aus Torgau die architektonischen Entwürfe lieferte. Unweit des Durchganges zwischen Markt und Kornmarkt, der sogenannten Brotbank, findet sich noch heute der historische Pranger von 1754.
Bei einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1780 trug das Rathaus schwere Schäden davon. Die Mauern konnten aber weitestgehend gerettet werden und so baute man den Gebäudekomplx in den Jahren 1783/84 wieder fast originalgetreu auf. Ein Anbau auf der Seite des Kornmarktes folgte 1793.
Die Verbindung zwischen Altem und Neuem Rathaus wurde letztendlich 1911/12 geschaffen. Die Beiden Portale des Rathauses sind dem letzten Stadttor Geras, dem Badertor, nachempfunden. Dieses wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen.
Das Hauptportal des Rathaus ist eine Besonderheit. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde von Nicol Teiner (Lobeda) in Kooperation mit zwei weiteren Steinmetzen aufwendig gestaltet. Dargestellt sind die Herrscherwappen derer von Reuß und von Solms. Außerdem ist der einstige Dreierrat der Geraer Bürgermeister zu erkennen. Rechts neben dem Portal ist das Urmaß der Geraer Elle (0,572 m) zu finden.
Apertura
Montag, Dienstag, Donnerstag: 9 - 17 Uhr
Freitag: 9 - 15 Uhr
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