Matzelsdorf, Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt (Wallfahrtskirche Maria Schnee)
Die Filialkirche von Matzelsdorf kann auf mehrere Bauphasen zurückblicken. Das Presbyterium und der hohe spitze Turm der Kirche stammen aus der Zeit um 1500, das Langschiff wurde erst zu Beginn des 18. Jhs. angebaut. Bei der Innenrestaurierung 2004-2005 stieß man auf die Grundmauern der ersten Kirche, die ein schmäleres Langhaus und einen kleinen gotischen Chor mit 3/8-Schluss besaß. Die Funde zeigen, dass der „Neubau“ des frühen 16. Jhs. unter Wiederverwendung der in der ersten Bauphase errichteten Nordmauern und des in der zweiten Bauphase nördlich angebauten Turmes des Vorgängerbaues erfolgte. Das Langhaus der Kirche wurde schließlich bei einer Barockisierung (1715-1718) durch neu geschaffene Wandmalereien des Künstlers Balthasar Klenkh erheblich verändert.
Bei einer Innenrestaurierung in den Jahren 1964-66 konnte im Altarraum die Architekturpolychromie des 16. Jhs. rekonstruiert und bei der letzten Restaurierung (2004-2005) die freskale Ausstattung des 18. Jhs. durch die Freilegung von sechs Apostelfiguren im Langhaus - von insgesamt zwölf im gesamten Kircheninneren - nahezu komplettiert werden.
Weitere Freskenbilder an den Wänden und an der Decke der Kirche zeigen Szenen aus dem Leben Mariens und stammen aus den Jahren 1715, 1717 und 1718.
Der Hochaltar (2. Jahrzehnt d. 18. Jhs.), besitzt im Mittelfeld ein Bild Maria Himmelfahrt, seitlich Figuren der hll. Petrus und Paulus sowie im Aufsatz ein spätgotisches Schnitzwerk Krönung Mariens (um 1500). Der rechte Seitenaltar ist von1659, der linke entstand Anfang des 18. Jhs.
Aus der Geschichte:
Der Ort Matzelsdorf und eine Kapelle wurden bereits im Jahre 1177 erstmals urkundlich genannt. Als Aribo, Marktgraf aus Bayern, das Benediktinerkloster Millstatt gründete, schenkte er dem Kloster auch Matzelsdorf mit einer Kapelle.
Matzelsdorf war ursprünglich eine Filiale von Molzbichl, wurde aber bald nach 1700 eine Filiale von Döbriach. Seit 1999 ist sie Filialkirche der Pfarre Obermillstatt. Die Kirche hieß anfangs Mariae Himmelfahrt, später Maria Schnee.
Als nach dem 30-jährigen Krieg die Pest wütete, gelobte man in mehreren Orten, Prozessionen nach Matzelsdorf zu machen und diese auch einzuhalten, wenn die Pest weniger Opfer fordere als anderswo. Diese Bittprozessionen haben sich bis heute erhalten.
Literatursnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 525 ff.
Kirchenöffnungszeiten:
Die Kirche ist untertags geöffnet. Weitere Informationen erhalten Sie im Pfarrhof von Obermillstatt/ 04766/2190.
Weiterführende Informationen:
https://bda.gv.at/de/denkmal-aktuell/artikel/2008/05/wallfahrtskirche-maria-schnee/
Coordinate
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Matzelsdorf, Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt
9872 Millstatt
http://www.kath-kirche-kaernten.at/obermillstatt Email: obermillstatt@kath-pfarre-kaernten.at
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