Kelsterbach
Um 1700 kamen Glaubensflüchtlinge Waldenser und Hugenotten aus der Schweiz und aus Frankreich nach Kelsterbach. Sie erhielten Privilegien, zehn Jahre Steuerbefreiung und bauten eine neue Kolonie, die Stadt Neukelsterbach. Sie bauten Häuser ganz im Stil ihrer Heimat in einem gradlinigen Straßenzug. Die Zuzügler erhielten Privilegien, die Altkelsterbacher fühlten sich übervorteilt, es gab Spannungen. Die Neuankömmlinge fühlten sich nicht wohl, um 1712 zog die letzte französisch sprechende Familie in die protestantischen Kolonien in der Region fort. Neukelsterbach ist also ein Beispiel dafür, dass eine Besiedlung nicht gelingen kann. Nach 1712 zogen Deutsche in den quasi „rechtsfreien“ Raum, von den Altkelsterbachern lange als Gesindel minderen Rufes mit Argwohn betrachtet.
Die Mehrzahl der Kelsterbacher Juden zog vor 1800 zu, 1826 wurde Neukelsterbach mit Altkelsterbach zu einer Gemeinde vereint. Bis heute gibt es den Straßenzug „Neukelsterbacher Straße“ mit einigen wenigen Häuschen im Stil der damaligen Zeit in seiner typischen Charakteristik. Im Stadtmuseum gibt es eine sehenswerte Abteilung „Neukelsterbach“.
Kontakt:
Stadtmuseum Kelsterbach, Marktstraße 11
Telefon 06107-62637
Öffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 17 Uhr
und nach Vereinbarung
Führungen:
Hubert Schöggl, Telefon 0174 382 4406
Hartmut Blaum, Telefon 06107-773 332
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