Die Wolfsschluchtsage
Ein Geiger aus dem Murgtal hatte drüben in Neuweier die halbe Nacht hindurch bei einer Hochzeit zum Tanze aufgespielt und dafür manchen Groschen in seine Tasche wandern lassen. Aber Geigen macht Durst, und so hatte er auch etliche Becher des guten Neuweierer Weines geleert. Es war schon lange nach Mitternacht, als er heimwärts schwankte. Kurz nach der Teufelskanzel kam er etwas von der Straße ab. Plötzlich verliert er den Boden unter den Füßen und stürzt kopfüber in die Tiefe, fällt aber auf etwas Weiches, das allsogleich unter ihm wegspringt. Das Geigerlein wird nüchtern. Es tastet sich umher und merkt, daß es in einer Grube liegt. Ihm gegenüber aber funkeln zwei grünliche Lichter, und ein drohendes Knurren verrät ihm, daß ein Wolf sein Kamerad ist. In seiner Angst nimmt der Fiedler seine Geige und spielt alle Weisen, die er in der Nacht in Neuweier gespielt hat. Und siehe, der Wolf setzt sich vor ihm hin wie ein Hund und hört ihm zu und jault wie zum Vergnügen gegen den dämmri-gen Morgenhimmel hinauf. So oft aber der Geiger absetzt, um zu verschnaufen, weist ihm das Raubtier drohend die Zähne. So spielt und spielt er und fühlt, wie ihn die Kräfte verlassen.
Zum guten Glück kommt gegen Morgen der herrschaftliche Oberjäger und Wirt und erkennt den Geiger, mit dem er schon manchen Schoppen in Seibach getrunken hat. Schnell zielt er mit seiner Armbrust und jagt dem Wolf den eisernen Bolzen zwischen die Lichter. Der Geiger aber eilte nach Hause. Er soll seinem Weibe hoch und heilig gelobt haben, keinen Schluck mehr über den Durst zu trinken; sie hat's ihm aber nicht geglaubt.
Ein Geiger aus dem Murgtal hatte drüben in Neuweier die halbe Nacht hindurch bei einer Hochzeit zum Tanze aufgespielt und dafür manchen Groschen in seine Tasche wandern lassen. Aber Geigen macht Durst, und so hatte er auch etliche Becher des guten Neuweierer Weines geleert. Es war schon lange nach Mitternacht, als er heimwärts schwankte. Kurz nach der Teufelskanzel kam er etwas von der Straße ab. Plötzlich verliert er den Boden unter den Füßen und stürzt kopfüber in die Tiefe, fällt aber auf etwas Weiches, das allsogleich unter ihm wegspringt. Das Geigerlein wird nüchtern. Es tastet sich umher und merkt, daß es in einer Grube liegt. Ihm gegenüber aber funkeln zwei grünliche Lichter, und ein drohendes Knurren verrät ihm, daß ein Wolf sein Kamerad ist. In seiner Angst nimmt der Fiedler seine Geige und spielt alle Weisen, die er in der Nacht in Neuweier gespielt hat. Und siehe, der Wolf setzt sich vor ihm hin wie ein Hund und hört ihm zu und jault wie zum Vergnügen gegen den dämmri-gen Morgenhimmel hinauf. So oft aber der Geiger absetzt, um zu verschnaufen, weist ihm das Raubtier drohend die Zähne. So spielt und spielt er und fühlt, wie ihn die Kräfte verlassen.
Zum guten Glück kommt gegen Morgen der herrschaftliche Oberjäger und Wirt und erkennt den Geiger, mit dem er schon manchen Schoppen in Seibach getrunken hat. Schnell zielt er mit seiner Armbrust und jagt dem Wolf den eisernen Bolzen zwischen die Lichter. Der Geiger aber eilte nach Hause. Er soll seinem Weibe hoch und heilig gelobt haben, keinen Schluck mehr über den Durst zu trinken; sie hat's ihm aber nicht geglaubt.
(Quelle: Tafel am Felsen, Städtisches Forstamt Baden-Baden)
Coordinate
DD
48.776527, 8.277769
DMS
48°46'35.5"N 8°16'40.0"E
UTM
32U 446938 5402865
w3w
///galleggiato.invidiose.fatiche
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