Sentiero turistico
· Rheinfelden
Via Rhenana - Von Rheinfelden nach Stein
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Über Jahrhunderte galt die Route am Hochrhein als die wichtigste Wasserstrasse der Schweiz. Um diese Bedeutung zu würdigen, hat man die Via Rhenana, einen Weitwanderweg, angelegt, der von Kreuzlingen am Bodensee stets dem Rheinufer bis Basel folgt und in 10 Etappen absolviert werden kann. Dabei lassen sich die vielfältigen Uferlandschaften am besten zu Fuss erleben und darüber hinaus teilweise in unerwarteter Abgeschiedenheit, trotz des dicht besiedelten Raumes an beiden Rheinufern. Denn im Mittelalter begann die intensive Bedeutung des Rheins stetig zu wachsen. Klöster und Stifte wurden gegründet, Adelsburgen besetzten die Anhöhen über dem Fluss, eine ganze Reihe von Städten entstand.> Diese Wanderung umfasst die 9. Etappe der Via Rhenana bzw. die zweite der Hochrheinroute, die in den Doppelstädten Rheinfelden 01 (268 m) beginnt und in Stein/Säckingen endet. Rheinfelden als Startpunkt war bis 1805 mit dem rechtsrheinischen Rheinfelden auf deutscher Seite vereint. Heute werden beide Städte durch die alte Rheinbrücke verbunden, die als die älteste Brücke am Hochrhein gilt. Auch Rheinfelden selbst kann mit derartigen Superlativen aufwarten, denn mit dem Gründungsdatum 1130 ist es sowohl die älteste Zähringerstadt als auch die älteste Stadt des Kantons Aargau. Wenn wir von der mächtigen Brücke, die eine Felsinsel als Mittelpfeiler aufweist, auf Schweizer Seite beim ehemaligen Zollamt nach links in die Altstadt einbiegen, werden wir sofort von malerischen Gassen überrascht. Dazu kommt die mittelalterliche Stadtmauer mit Wehrgang und den drei Türmen Obertorturm, Diebsturm und Kupfer- oder Storchennestturm. Durch diesen werden wir etwas später die Altstadt an der Ostseite verlassen und die Wanderung beginnen. Doch zunächst lohnt ein kurzer Stadtbummel. Auch in Rheinfelden wie auch entlang der Via Rhenana haben die Römer ihre Spuren hinterlassen. Von den Rheinbrücken gibt es zwar keinen Nachweis mehr, dafür aber von Kastellen und Wachtürmen, mit denen der spätrömische Limes des 3. und 4. Jahrhunderts befestigt war. Damit sollte der Einfall der Alemannen abgewehrt werden. Die jüngsten Grenzbefestigungen stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. In der gemütlichen Hauptstrasse der Altstadt reihen sich Cafés, Eissalons und bunte Hausfassaden aneinander. Wir wandern ostwärts durch die Strasse, auch hier finden wir die gelben Rauten der Wanderwegmarkierung, und steuern auf den bereits erwähnten Storchennestturm zu, durch den wir den Uferwanderweg erreichen. Dieser biegt bei Grünanlagen nach links zum Rheinufer hinab und präsentiert sich noch als Promenade mit hohen Kastanien, wenig später als Laubengang am Areal der Privatklinik von Rheinfelden. Doch bald folgt schützenswerte Natur wie das Waldreservat Wäberhölzli 02 (277 m), in dem die Promenade auf einen Waldpfad wechselt. Es folgt das Eichenwaldreservat Heimeholz, an dessen Westseite der Beuggeboden durchquert wird. Die frühere Engstelle mit einem Gefälle von rund 10 m wird heute vom Kraftwerk Ryburg 03 (277 m) gezähmt, dessen Wehre den Rhein zu einem See aufstauen. Nach dem Badeplatz führen Treppen in den Uferwald, gleich danach folgt das in einer Seitenbucht entstandene Naturschutzgebiet Bachtele mit einem Verlandungsteich, zuvor wird die Mündung des Möhlinbaches mit einer Holzbrücke gequert. Ein weiteres Mal führen Bohlentreppen vom Ufer weg, um einen Abstecher zu den Resten der römischen Wehranlage "Bürkli" 04 (296 m) aus dem 4. Jahrhundert zu unternehmen. Knapp davor befinden sich zwei Rastplätze mit Feuerstellen. Nach der Zufahrt zum Gelände des Ruderclubs Möhlin kehrt die Route wieder ans Rheinufer zurück. Der Uferpfad trifft etwas später im Waldgebiet Unterholz auf die Reste des römischen Wachturmes Möhlin-Fahrgraben 05 (288 m). Beim nächsten Rastplatz, Schlossplatz genannt, mündet der Waldpfad in einen geschotterten Forstweg, kurz danach blieben Grundmauern des römischen Wachturmes Möhlin-Untere Wehren 06 (288 m) links des Weges erhalten. Inzwischen haben wir unmerklich im Verlauf des Flusses die südliche Richtung eingeschlagen. Der Forstweg begleitet uns bis knapp vor das Siedlungsgebiet von Wallbach, wo die Route für ein kurzes Stück in einen Pfad übergeht. Hier befinden sich neben einer Waldhütte die Mauerreste einer römischen Klein-Festungsanlage Wallbach-Stelli. Sie gehörte zum militärischen Grenzbewachungssystem, das einst von Basel bis an den Bodensee reichte. Knapp unterhalb ist in Ufernähe ein Rastplatz samt Feuerstelle angelegt worden. Auf einem geschotterten Wiesenpfad geht es vor dem Siedlungsgebiet von Wallbach weiter ostwärts, bis der Weg in die Uferstrasse mündet. Diese bringt uns nach Mumpf, das wir am Beginn am Gehsteig der Hauptstrasse durchqueren.Wenig später umgehen wir das Campingareal von Mumpf 07 (283 m). Der letzte Abschnitt bis Stein verläuft parallel zur Kantonsstrasse in unmittelbarer Ufernähe. Zuletzt biegt die Via Rhenana auf die Uferpromenade von Stein 08 (287 m) ein und unterquert die Strassenbrücke nach Bad Säckingen. 300 m später ist entlang des breiten Promenadenweges die alte Holzbrücke von Stein und damit der Endpunkt dieser Etappe der Via Rhenana erreicht. Die mit einem Giebeldach ausgestaltete Brücke ermöglicht den Besuch von Bad Säckingen, das durch den Dichter Victor von Scheffel als Trompetenstädtchen bezeichnet wurde und durch den Trompeter von Säckingen bekannt geworden ist.