Sentiero turistico
· Cantone di Neuchâtel
Das Geheimnis von Monlési - Von La Brévine zum unterirdischen Gletscher
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Es gibt Wanderungen im Jura, bei denen die Wegroute den besonderen Reiz der Tour ausmacht, der Weg also bereits das Ziel ist. Bei dieser Wanderung zum Gletscherloch von Monlési lockt aber diese besondere Naturerscheinung, die sich in den Wäldern zwischen dem Val-de-Travers und der Hochebene rund um La Brévine versteckt. Monlési ist ein unterirdischer Gletscher, der sich in einer tiefen Doline bildet und das ganze Jahr über als Eisfläche verharrt. Selbst im Sommer, wenn es im Hochtal um die 30 °C hat, herrschen in der Doline Temperaturen von maximal 2 °C.> La Brévine 01 (1044 m) sieht man im Sommer keineswegs an, dass hier am 12. Januar 1987 die tiefste jemals in der Schweiz gemessene Temperatur von – 41,8 °C herrschte. Im Winter bildet sich in dem abgeschlossenen Hochtal ein Kaltluftsee, der zusammen mit klarem Himmel und Windstille für eine maximale Abstrahlung der Bodenwärme sorgt. Diese klimatischen Bedingungen brachten dem Ort den Beinamen "Sibirien der Schweiz" ein. Wir starten im Ortszentrum bei der kleinen Bäckerei und folgen ein kurzes Stück der Kantonsstrasse, die in südlicher Richtung aus dem Ort führt. Knapp danach biegt die Route ins Weidegelände ein und läuft parallel zur Fahrstrasse. Nach etwas mehr als 800 m führt der Wiesenpfad von der Strasse weg, die mit einer Linkskurve abbiegt. Bei einem Wegweiser im Weidegebiet folgen wir der Route "Vy aux Moines", die uns über Wiesenwege an den Lac des Taillères heranbringt. Bereits im Mittelalter führte diese Route von der Abtei Môtiers bis zur französischen Abtei in Montbenoît. Während der Reformation diente die Vy aux Moines den Mönchen zur Flucht.Bei einem Bauernhof mündet der Wirtschaftsweg in die Zufahrtsstrasse 02 (1070 m), der wir nach rechts zum See hinab folgen. Entlang des Ufers wandern wir bis zum Gasthof Au Moulin du Lac 03 (1068 m) und kehren über die Zufahrtsstrasse wieder auf das Wiesenplateau oberhalb des Sees zurück. Beim Gehöft Reprovet wechseln wir auf einen Wiesenweg, der in südlicher Richtung ansteigt und bald in Waldgelände führt. Bei einem Bauernhof auf 1211 m 04 biegen wir nach rechts auf einen Pfad ab, der zuerst durch schütteren Wald und später über eine Weide zu einer asphaltierten Fahrstrasse führt. Wir folgen dieser nach links und wandern durch Waldgelände, bis wir nach 1,5 km die Kantonsstrasse in Richtung Couvet erreichen. 250 m entlang des Strassenrandes bringen uns zur Passhöhe 05 (1124 m) und zum Parkplatz am Ausgangspunkt des Weges zum Gletscherloch.Der Stichweg setzt sich in südwestlicher Richtung zuerst als holprige Waldstrasse fort. Wir queren eine Wegschranke und durchlaufen eine Serpentine. Der Weg wird zum Pfad, der bei einem Wegweiser nach links biegt und durch Weideland und kleine Waldinseln mit leichtem Auf und Ab dem Glacière von Monlési entgegenstrebt. Nach Weidegattern führt der teilweise undeutliche Wiesenpfad leicht abwärts und kommt nach 20 Minuten ab der Passhöhe zum Gletscherloch 06 (1137 m), das kaum sichtbar am Rande einer Lichtung liegt. Ein Zaun schützt vor dem Absturz in die rund 18 m tiefe Karsthöhle. An der Nordostecke steigt ein schmaler, steiler Pfad in die Steilwand und über Geröll und Steilstufen an die Basis des Gletscherlochs. Je nach Jahreszeit und Schneereichtum im Winter können wir bis in die unterste Etage vordringen, zu der wir über eine rutschige Eisenleiter hinabsteigen. Im Hochsommer ist der Schnee so weit abgeschmolzen, dass man mit Vorsicht in die eisgefüllte Höhle hineinschauen kann. Insgesamt liegen hier auf 800 m2 Fläche bis zu 10 000 m3 Eis, das in den 1950er Jahren industriell abgebaut und im Umland verkauft wurde. Durch Karstgänge dringt Wasser aus dem über der Höhle liegenden porösen Gestein bis zu diesem natürlichen Eiskeller vor und bildet bizarre Eissäulen. Das Klima ist trotz der Tageshitze darüber sehr kühl, anfänglich erfrischend, doch später beginnt man zu frieren. Umso grösser ist der Temperaturschock, wenn man wieder zur Oberfläche hinaufgestiegen ist. Das Eis wächst vor allem im Frühjahr, wenn kalte, feuchte Luft eindringt und an der Oberfläche zu Eis kondensiert. Was im Sommer schmilzt, "wächst" im Winter und im Frühjahr wieder nach, bis der Eispanzer nach rund 150 Jahren erneuert ist. Wir wandern am selben Weg zur Passhöhe 05 (1124 m) zurück und können mit dem Postbus nach La Brévine zurückkehren.Es besteht aber auch die Möglichkeit, auf Wanderwegen nach La Brévine zu gelangen. Dazu gehen wir 170 m der Passstrasse entlang abwärts bis zu einem Bauernhof und biegen auf den Wiesenweg ein, der südlich des Hofgeländes in die Wiesenhänge zieht und nach dem übernächsten Hof in einen Wiesenpfad übergeht. Dieser leitet zu einem weiteren Hof, bei dem wir über den Zufahrtsweg zu einer Strasse gelangen, der wir nach rechts aufwärts zur Hügelkette Trémalmont folgen. Der Weg verläuft dem Waldrand entlang und mündet in einen Wirtschaftsweg, der nach links in den Wald hinaufführt und weiter dem Waldrand entlang bis oberhalb des Gehöfts La Châble 07 (1113 m) geht. Dort treffen wir auf die Wanderroute, die nach links die Waldkuppe überquert. Nach links und rechts abgehende Wirtschaftswege lassen wir unberücksichtigt, bis wir auf 1165 m zum Gehöft Chez Bouvier 08 (1160 m) kommen. Hier setzt sich ein nordwärts verlaufender Wiesenweg fort, der stets abwärts das Weidegelände durchquert und zu den Wiesen Sur Les Gez kommt. Bei einem Gehöft wird die Zufahrtsstrasse gequert und weiter über einen Wiesenweg die anschliessende bewaldete Geländestufe passiert. Wir kommen zu einem Schotterweg, der, vorbei an einem weiteren Bauernhof, zum Talboden des Hochtales führt. Nach links kehren wir nach 300 m entlang der Hauptstrasse in das Ortszentrum von La Brévine 01 zurück.